Talk mit Freiburger Münsterbaumeisterin Spannung zwischen Hightech und Mittelalter

Yvonne Faller arbeitet mit ihrem Team an höchster Stelle: Am Freiburger Münster. Davon hat sie beim Talk mit dem Leiter des SWR Studio Freiburg, Rainer Suchan, spannend erzählt.

Die Chefin der Münsterbauhütte sprach im SWR Studio Freiburg über Technik damals und heute, über das liebe Geld und auch über Städtebau heute.

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Für Yvonne Faller und ihre Kollegen ist das Münster kein Arbeitsplatz wie jeder andere: "Wir spüren den Stein, kalt, rauh, je nachdem, und wir spüren auch die Energie, die unsere Vorgänger dort reingebracht haben. Selbst hartgesottene Steinmetze sagen, der Stein spricht mit ihnen."

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Und die Schönheit des Münsters spricht für sich: Man schaue nur mal von der Plattform hoch in den Turmhelm, sagt Yvonne Faller: 50 Meter pure Schönheit. Schönheit, über die sie auch als Münsterbaumeisterin jeden Tag staunt. Zum Staunen, erzählt sie dann weiter, ist es auch, wie die Baumeister seinerzeit gearbeitet haben. "Viereinhalb Meter lange Eisen zu schmieden, das haben die gekonnt. High Tech im Mittelalter!"

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Yvonne Faller ist an diesem Abend in ihrem Element, erzählt von den Arbeiten am Turm, die jetzt zu Ende gehen, und am Chor. Seit 2005 ist sie als Münsterbaumeisterin verantwortlich für den Erhalt des Bauwerks.

Mit heutigen Mitteln das Münster zu pflegen – ein Begriff, den sie lieber mag als "restaurieren" – ist eine Aufgabe, für die gilt: "An dem Bauwerk kann man alles machen, nur keine schnellen, kostengünstigen Lösungen."

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Apropos Kosten: 1,5 Millionen Euro pro Jahr muss der Münsterbauverein einwerben als Spenden, um den laufenden Betrieb zu finanzieren. Deswegen kümmert sich der Münsterbauverein professionell um dieses Thema. Faller: "Es ist wie beim Münster auch. Wir müssen auch unsere Freunde pflegen und immer neue gewinnen."

Unter dem stattlichen Publikum hat sie bestimmt auch Freunde gefunden mit ihrer Ansicht über die Entwicklungen beim Bauen heute, da macht die studierte Archtektin aus ihrer Kritik keinen Hehl: "Egal wo Sie sind, die Hauptstraßen in den Städten sehen überall gleich aus. Was fehlt, sind regionale Bezüge. Und das finde ich schon schwierig."

Der Mitschnitt des Talks ist zu hören am Samstag, 2. Juni, zwischen 17:05 Uhr und 18:00 Uhr, und am Sonntag, 3. Juni, von 10:05 Uhr bis 11:00 Uhr, in unserem Digitalradio SWR Aktuell, zu empfangen u.a. auf DAB+.

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