Freiburger Projekt in Zentralafrika "Lost Dreams" - Aufklärung für afrikanische Flüchtlinge

Auf dem Weg nach Europa sterben jedes Jahr tausende junge Afrikaner in der Wüste und im Mittelmeer. Ein Freiburger Projekt klärt Menschen vor Ort über die Gefahren auf.

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Sylvie Nantcha kam mit 17 aus Kamerun nach Deutschland. Ganz legal, und mit genug Geld, um hier zu studieren. Sie hat, wovon viele junge Afrikaner träumen: ein gutes Leben in Europa. Sie ist CDU-Stadträtin und Bundesvorsitzende des Netzwerks "The African Network of Germany" (TANG) in Freiburg.

Doch wenn sich ihre Landsleute in Afrika auf den Weg machen, haben die meisten keine Ahnung, was sie wirklich erwartet: "Falsche Vorstellungen, was die Dauer der Reise anbelangt. Falsche Vorstellungen, was die Kosten einer solchen Reise überhaupt anbelangt", sagt Nantcha. Viel würden unterwegs ausgeraubt und müssten dann arbeiten, um die letzte Strecke zu finanzieren. Viele sterben auch auf dem Weg durch die Sahara oder bei der Fahrt über das Mittelmeer - mehr als 2.200 Menschen waren es 2018. Sylvie Nantcha möchte helfen, das zu verhindern.

Die TANG-Kampagne "Lost Dreams" klärt Fluchtwillige darüber auf, was sie in Deutschland erwartet. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts werden Menschen in den Herkunftsländern südlich der Sahara informiert. Denn alle wollen nach Europa. Die, die es geschafft haben – oft mit dem ganzen Geld, das die Familie zusammen gekratzt hat – würden aus Scham nie zugeben, dass sie zu viert in einem Zimmer in der Asylunterkunft leben und auf die Abschiebung warten. Stattdessen posten sie Fotos von sich in geschenkten Markenklamotten.

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Mit "Lost Dreams" habe man allein in der Region Kamerun-Niger mehrere Millionen Menschen erreicht - in Schulen, Universitäten, auf der Straße oder über die Medien. Was das gebracht hat, soll nun evaluiert werden. Nantcha hofft, dass das Auswärtige Amt das Projekt auch weiterhin unterstützt.

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