Streit um Video einer Klinikmitarbeiterin vor dem Arbeitsgericht Kündigung ist unwirksam

Eine Frau hat vor dem Offenburger Arbeitsgericht Recht bekommen: Ihr war vom Klinikkonzern Mediclin gekündigt worden, nachdem sie ein kritisches Musikvideo veröffentlicht hatte.

Das Arbeitsgericht sieht die künstlerische Freiheit der Frau als bedeutender an und stuft das Musikvideo nicht als Firmenbeleidigung ein. Die frühere Mitarbeiterin der Firma Mediclin hatte ein Musikvideo veröffentlicht, das angebliche Missstände in der Firma anprangert. Das fasste das Unternehmen als Beleidigung auf. Daraufhin wurde der Frau gekündigt. Sie klagte dagegen und hat nun Recht bekommen.

Das Video mit dem Titel "Medif*ck" sei ein knallharter Boykottaufruf, ein kühl kalkulierter Skandal, im Zentrum die Schmähung von Mediclin, so hatten die Rechtsanwälte des Konzerns bei der Verhandlung am Dienstag vor dem Arbeitsgericht Offenburg argumentiert. Die Künstlerin mit Pseudonym Sonja James dagegen beruft sich auf Freiheit der Kunst, sie habe nicht die Mitarbeiter von Mediclin beleidigen wollen, sondern das Video solle zeigen, wie Frauen in der Business-Welt sexualisiert werden.

Richterin: Kunst schwer zu fassender Begriff

Am Tag, nachdem das Video Medifuck auf Youtube hochgeladen worden war, war sie vom Finanzvorstand des Konzerns Mediclin aus ihrem Büro geleitet worden, Kündigung folgte. Mediclin ist ein börsennotiertes Unternehmen mit 9.600 Beschäftigten, 230 davon in Offenburg.

Menschen in Büroraum (Foto: SWR)
Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Offenburg zu Mediclin
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