Eine Justitia-Figur vor Akten (Foto: dpa Bildfunk, Volker Hartmann)

Streit um Gerichtsverfahren Staatsanwaltschaft hält an Vorwürfen fest

Nachdem das Freiburger Landgericht ein Verfahren gegen den bislang Tatverdächtigen im Fall der toten Europapark-Artistin ablehnt hat, geht die juristische Auseinandersetzung weiter.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat Beschwerde gegen einen Beschluss der Schwurgerichtskammer am Freiburger Landgericht eingereicht. Es geht um den Fall der 33-jährigen Artistin, die im Mai tot im Rhein bei Rust gefunden wurde. Das Gericht hatte ein Verfahren gegen den bislang Tatverdächtigen abgelehnt.

Staatsanwaltschaft beschwert sich

Am Freitag hatte die Kammer beschlossen, kein Verfahren gegen den Mann, der wie die Tote aus der Ukraine stammt, zu eröffnen. Der Tatverdacht sei nicht hinreichend, so die Begründung. Die Staatsanwaltschaft widerspricht und hat am Montag sofortige Beschwerde gegen den Beschluss eingereicht.

Beweise würden ausreichen

Wie Staatsanwältin Martina Wilke dem SWR sagte, seien aus ihrer Sicht genügend Beweise und Indizien vorhanden, auch wenn die Todesursache nicht endgültig geklärt sei. Unstrittig ist, dass der Mann seine Lebensgefährtin nach dem Tod in eine Tüte gepackt, mit Hanteln beschwert und im Rhein versenkt habe. Dies ist laut Aussage der Staatsanwaltschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit nur als Ordnungswidrigkeit zu ahnden.

Rechtsanwalt widerspricht

Am Dienstag meldete sich auch der Rechtsanwalt des Ex-Freundes der getöteten Artistin zu Wort. Er betont, es gebe weder Beweise dafür, dass sein Mandant die Frau getötet habe, noch Beweise dafür, dass er ihre Leiche transportiert habe.
Er könne jedes einzelne Indiz entkräften. Der Mann war vergangene Woche nach mehreren Monaten U-Haft freigelassen worden.

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