Mann in Handschellen hält sich Aktendeckel vors Gesicht (Foto: SWR)

Revisionsprozess am BGH Staufener Missbrauchsfall: Verurteilten Männern droht Sicherungsverwahrung

Im Staufener Missbrauchsfall verhandelt der Bundesgerichtshof am Donnerstag die Revisionen gegen zwei Urteile. Es geht um Sicherungsverwahrung für zwei verurteilte Männer. Sie hatten den Jungen vergewaltigt und dafür Geld bezahlt.

In dem Mitte Januar 2018 bekanntgewordenen Fall von jahrelangem Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg sind acht Angeklagte im vergangenen Jahr zu jeweils mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Für vier wurde die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet.

Nun auch Sicherungsverwahrung?

Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in zwei Fällen über Revisionen entscheiden. Konkret geht es um einen damals 50 Jahre alten Soldaten der Bundeswehr und um einen damals 33-Jährigen aus Spanien. Die beiden hatten gestanden, den Jungen mehrfach vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Sie waren im vergangenen Jahr in Freiburg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sicherungsverwahrung, wie sie Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten, hatte das Gericht damals abgelehnt.

Der BGH verhandelt mündlich in diesen zwei Fällen die jeweilige Revision der Staatsanwaltschaft und in einem der Fälle zusätzlich die Revision des Verurteilten. Dieser hofft laut Anwalt auf ein milderes Urteil.

Missbrauchsfall machte überregional Schlagzeilen

Das Kind war mehr als zwei Jahre lang von seiner Mutter und deren Lebensgefährten Männern aus dem In- und Ausland zur Vergewaltigung überlassen worden. Das Paar verging sich auch selbst an dem Kind. In dem Fall, der überregional Schlagzeilen machte, wurden die Mutter des Jungen und ihr Lebensgefährte sowie sechs Männer aus dem In- und Ausland wegen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt.

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