Staufener Missbrauchsfall Landratsamt verteidigt sich gegen Kritik

Hätte das Jugendamt Hinweisen auf einen Missbrauch des Jungen aus Staufen früher nachgehen müssen? Ein Schreiben des Justizministeriums bringt das zuständige Landratsamt in Erklärungsnot.

Landratsamtsgebäude (Foto: picture-alliance / dpa, SWR, Patrick Seeger)
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald im Fokus Patrick Seeger

Demnach soll es schon früher Hinweise gegeben haben, dass auch die Mutter an dem Missbrauch beteiligt war. In dem Schreiben des Justizministeriums wird die Zeugenaussage einer Lehrerin zitiert. Sie habe sich einige Monate vor der Verhaftung der Mutter und deren Lebenspartners an das Jugendamt gewandt und von den Übergriffen berichtet. Der Junge habe einem Schulfreund anvertraut, was das Paar mit ihm mache. Der Freund wiederum erzählte das seiner Mutter und diese wandte sich an die Lehrerin.

Jugendamt: Hinweisen nachgegangen

Eine Aktennotiz des Jugendamts Breisgau-Hochschwarzwald bestätigt, dass ein solches Telefonat stattgefunden hat. Allerdings habe in der Darstellung der Lehrerin die Mutter des Jungen keine Rolle gespielt, so Thorsten Culmsee, stellvertretender Leiter des Sozialdezernats:

"Wir haben seitens der Schule keinen Hinweis darauf bekommen, dass die Kindesmutter an dem Missbrauch ihres eigenen Kindes beteiligt gewesen sein könnte. Die Schule teilte uns am 6. Juni in einem Telefonat mit, dass der 9-Jährige einem Mitschüler erzählt haben soll, er ziehe sich vor dem Freund seiner Mutter aus und lasse sich anschauen."

Thorsten Culmsee

Man sei den Hinweisen nachgegangen, so das Jugendamt. Es seien aber keine Anhaltspunkte für einen möglichen Missbrauch gefunden worden.

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