Engpässe im Schwimmunterricht Feldberger Grundschüler lernen im Hotel schwimmen

An den Grundschulen in Südbaden finden 44 Prozent des Schwimmunterrichts nicht statt: Es gibt immer weniger Schwimmbäder. Die Grundschule Feldberg hat eine ungewöhnliche Lösung gefunden.

Schwimmen ist ein wichtiger Bestandteil des Sportunterrichts. Doch nur drei von vier Kindern im Land bekommen in der Schule regelmäßig Schwimmunterricht. Das hat eine groß angelegte Untersuchung des Kultusministeriums an allen Schultypen ergeben.

Etwa 25 Prozent der Schulen konnten im vergangenen Jahr keinen Schwimmunterricht anbieten. In Südbaden ist die Lage besonders prekär: Hier waren es sogar 44 Prozent. Und mancherorts bedarf es großer Anstrengung, um die Kinder zum Schwimmen zu bringen. So wie in der Grundschule Feldberg.

Dauer

Die Entfernung zwischen Schulen und Schwimmbädern ist nämlich ein Grund, warum so viel Schwimmunterricht im Land ausfällt. Die Gemeinde Feldberg etwa hat wie so viele Kommunen kein eigenes Schwimmbad. Die Feldberger Grundschüler müssen stattdessen mit dem Bus nach Lenzirch-Saig (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) fahren.

Im dortigen Hotel Sonnhalde haben die Schüler der Grundschule Feldberg ihren Schwimmunterricht. Sie dürfen dort schwimmen, wo normalerweise die Hotelgäste der Sonnhalde das Wasser und die Aussicht auf den Feldberg genießen.

Auch Schwimmlehrer fehlen

Doch nicht alle Schulen im Land betreiben einen solchen Aufwand. Zudem fehlen Schwimmlehrer. 38 Prozent der Schulen haben angegeben, dass sie nicht genügend Schwimmlehrer mit Rettungsfähigkeit haben.

Für das Sportreferat im Regierungspräsidium Freiburg ist das fatal, denn die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, nehme auch durch die Flüchtlingskinder stetig zu. Darum sei Schwimmunterricht gerade in den Grundschulen sehr wichtig, heißt es dort.

So sei die jetzt vorliegende Untersuchung des Kultusministeriums eine Chance das Problem anzupacken, egal wie weit das nächste Schwimmbad entfernt ist.

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