Schweizer Atommüll-Endlagerung Probebohrungen an grenznahen Standorten beginnen

Die Schweiz sucht nach einem geeigneten Ort unter der Erde, wo sie ihre radioaktiven Abfälle dauerhaft lagern kann. Drei Standorte in der Auswahl liegen unweit der Grenze zu Deutschland.

Ein strahlender Morgen im Züricher Unterland, zehn Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Auf einer Wiese soll die erste Bohranlage aufgebaut werden. Bis fast 1.400 Meter tief wollen die Experten in die Gesteinsschichten vordringen.

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Nach Voruntersuchen wurden drei Standorte ausgewählt, die für ein atomares Endlager in Frage kommen: Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost. Maurus Alig, Projektleiter NAGRA: "Wir wissen bereits, dass die drei Gebiete geeignet sind. Aber welcher der absolut sicherste Standort ist, dass wollen wir mit den Daten, die wir jetzt erheben, herausfinden."

In den angrenzenden Gemeinden im Kanton Zürich macht man sich einerseits Sorgen, andererseits herrscht ein gewisser Pragmatismus. Hanspeter Lienhard, Regionalkonferenz Nördlich Lägern: "Niemand will das Tiefenlager, aber andererseits übernimmt die Region dann eben die Verantwortung, dass man das Tiefenlager dort baut, wo es am sichersten ist. Aber erfreut sind wir natürlich nicht."

Läuft alles nach Plan, dann soll 2022 feststehen, welcher Standort am besten geeignet ist für das Tiefenlager mit radioaktiven Abfällen.

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