Schwarzwald und die Alb betroffen Wie groß ist die Gefahr durch Felsstürze wirklich?

Felsstürze sind in Baden-Württemberg eher selten mit oft glimpflichen Folgen. Jüngst aber krachte bei Trossingen ein Kühlschrank-großer Fels mitten auf die A81 – ein Autofahrer starb.

Dreieinhalb Tonnen Stein mitten auf der Fahrbahn – ein tödliches Hindernis für Autofahrer. Baumwurzeln hatten den Koloss aus dem Hang bei Trossingen gesprengt. Weitere Felsblöcke saßen schon locker. Beim Landesamt für Geologie hat man die Gefahrengebiete auf einer Karte orange verzeichnet. Besonders der Schwarzwald und die Alb sind betroffen.

Dauer

Wenn der Frost nachlässt und das Eis in den Felsklüften schmilzt, dann fehlt plötzlich der Kitt, der die Brüche im Stein im Winter noch zusammengehalten hat. Ein Phänomen, das in den Alpen wegen des Klimawandels massive Auswirkungen hat. Gletscherschmelze und auftauender Permafrost haben in der Schweiz das Risiko von Berg- und Felsstürzen stark erhöht. Etwa eine Milliarde Franken wird dort in Felssicherungen und Frühwarnsysteme gesteckt – pro Jahr. Auch in Baden-Württemberg könnte der Klimawandel künftig für häufigere Fels-Erosionen sorgen.

Straßen-Meistereien überprüfen regelmäßig gefährliche Steilhänge (Foto: SWR)
Straßen-Meistereien überprüfen regelmäßig gefährliche Steilhänge

Gefährliche Steilhänge werden von Mitarbeitern der Straßen-Meistereien regelmäßig beobachtet und im Zweifel von Geologen überprüft. Die Fixierung des Gesteins mit Netzen, Ankern und Beton ist teuer. Allein im Höllental bei Freiburg haben Sicherungsarbeiten in den letzten Jahren mehrere Millionen Euro gekostet.

STAND