Männer mit einem Rettungsschlauchboot am Ufer eines Flusses (Foto: Kamera24)

Schlauchboot-Unglück mit mindestens drei Toten Taucher suchen nach vermisstem Kind im Rhein

Nach dem Schlauchbootunglück am Donnerstag auf dem Rhein hat die Polizei am Sonntag weiter nach einer vermissten Vierjährigen gesucht. Die Zahl der Einsatzkräfte sei etwas reduziert worden.

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Auch am Sonntag ist die Suche nach dem vermissten Mädchen bislang ohne Erfolg geblieben. Die Zahl der Einsatzkräfte sei im Vergleich zum Samstag etwas reduziert worden, sagte eine Sprecherin der französischen Polizei. Am Samstag waren auch zwei Drohnen im Einsatz gewesen. Koordiniert wird die Aktion zwischen Gerstheim und Straßburg im Elsass von der deutsch-französischen Wasserschutzpolizei. Federführend ist insgesamt die französische Polizei, weil der Notruf am Donnerstagmittag auf französischer Seite eingegangen war.

Schlauchboot kentert an Schleuse

Die Vierjährige war am Donnerstag in einer siebenköpfigen Gruppe von fünf Rumänen und zwei Deutschen auf dem Rhein mit einem Schlauchboot unterwegs gewesen, so die elsässische Präfektur. Demnach kam die Gruppe aus Offenburg. Das Polizeipräsidium Offenburg hingegen bestätigte lediglich, dass die Reisegruppe aus Baden-Württemberg kam.

Das Boot war am Donnerstag gegen Mittag nahe einer Schleuse zwischen Schwanau (Ortenaukreis) und Gerstheim (Elsass) gekentert. Bei dem Unglück starben ein 29-jähriger Mann und ein sechsjähriges Mädchen aus dem Boot. Auch ein 22-Jähriger, der vom Ufer aus in den Fluss gesprungen war, um zu helfen, kam ums Leben. Ein weiterer Mann, der mit im Boot saß, konnte gerettet werden.

Opfer trugen keine Schwimmwesten

An dieser Stelle im Rhein sind Schwimmen, Angeln und Wassersport verboten. Das Unglück passierte in der Nähe von Gerstheim bei einem großen Wasserkraftwerk des französischen Energiekonzerns EDF, wo es starke Strömungen gibt. Taucher, die die Leichen bargen, hätten festgestellt, dass keines der Opfer eine Schwimmweste getragen habe, teilte Yves Seguy von der Präfektur in Straßburg mit. "Das Unglück scheint aus Unvorsichtigkeit geschehen zu sein", sagte Seguy.

Augenzeuge: Boot überschlug sich in der Staustufe

Das Schlauchboot sei über eine Staustufe gefahren, habe sich dort verkantet und dann überschlagen, berichtete ein Augenzeuge. Daraufhin hätten Menschen vom Ufer aus Holzstöcke ins Wasser geworfen, damit sich die Verunglückten daran festhalten können. Dies sei aber nicht gelungen.

Ein Warnschild an einem Flusswehr: "Baden, Schifffahren, Betreten und Übergang verboten" (Foto: kamera24)
An der Schleuse in Gerstheim ist Baden und Bootfahren wegen gefährlicher Strömungen verboten. kamera24

DLRG warnt vor Schwimmen und Bootfahren im Rhein

Ein Sprecher der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Rheinland-Pfalz warnte davor, im Rhein zu schwimmen oder Schlauchboot zu fahren. "Das sollte man tunlichst unterlassen. Das Schwimmen im Rhein können wir nicht empfehlen, auch wenn es nicht grundsätzlich verboten ist", sagte Marco Vogt dem SWR. Selbst das Abkühlen im Rhein könne er "keinem Menschen empfehlen". Dass Menschen immer nachlässiger mit Gefahren umgehen, sei "traurige Realität", sagte Vogt weiter. Besonders in heißen Sommern steige die Zahl der Unfälle im Rhein erheblich an.

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