Sanierung in Buggingen steht aus Unsanierter Kaliberg macht Grundwasser ungenießbar

Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Mannheim vor elf Jahren muss der Kaliberg in Buggingen saniert werden. Doch bis heute gibt es keine konkreten Pläne dafür kritisiert der BUND.

Vor elf Jahren hat das Verwaltungsgericht Mannheim in einem Urteil bestätigt, dass die K+S Aktiengesellschaft, die frühere Kali und Salz AG, einen Sanierungsplan für den Bugginger Kaliberg vorlegen muss. Bis jetzt sei aber nichts geschehen, dabei würden jährlich mehrere Tausend Tonnen Salz das Grundwasser ungenießbar machen, so der BUND.

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"Kein Trinkwasser" – Hunderte Postkarten mit dieser Aufschrift müssten eigentlich beim Landrastsamt Breisgau-Hochschwarzwald angekommen sein. Doch eine Reaktion gab es bislang nicht, meint Axel Mayer vom BUND. Der BUND will mit dieser Aktion Druck machen, denn es sei unverständlich, warum nach so vielen Jahren immer noch keine Sanierung des Kalibergs vorgenommen wird.

Axel Mayer vom BUND Südlicher Oberrhein: "Wenn ich in Freiburg Streusalz streue, dann droht mir ein Bußgeld bei einer kleinen Menge. Und hier geht tonnenweise seit Jahrzehnten Salz ins Grundwasser. Die Verursacher müssten das Bezahlen und es tut sich nichts. Wir haben einfach den Eindruck, dass das Thema im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verschlafen wird."

"Kali-Manscharo" oder auch "Monte Kalino" nennen die Einheimischen ihren Salzberg liebevoll. Von 1922 bis 1973 wurde in Buggingen Salz abgebaut. Die Reste landeten auf der Halde. Rund 40 Meter hoch ist der Berg. Es soll aus 250.000 Tonnen Salz bestehen. Irgendwann wurde klar, dass das Salz das Grundwasser gefährdet. Tote Fische aus dem Rhein waren der Anfang. Doch anscheinend ist der Staat rechtlich machtlos gegen große Konzerne.

1999 verlangte das Landratsamt einen Sanierungsplan von der K+S Aktiengesellschaft. Die klagte dagegen. Zehn Jahre dauerte es, bis ein Urteil bestätigte, dass die Firma einen Plan vorlegen muss. Der folgte dann 2013 und erst 2017 gab es endlich eine Übereinkunft über eine freiwillige Sanierung.

Alles auf Kosten der Allgemeinheit, kritisiert der BUND, denn jährlich würden rund 4.000 Tonnen Salz ins Grundwasser gelangen. Axel Mayer: "Wir wissen, dass es drüben im Elsass viel größere Umweltprobleme mit Salz gibt. Da gab es ähnliche Kaliberge und die waren viel, viel größer und die wurden vor wenigen Jahren saniert. Es ist einfach ärgerlich, dass wir da in Sachen Umwelt hinter dem Elsass herhinken."

Laut Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald sei man jetzt kurz vor Vertragsabschluss. Deshalb wolle man sich zur Sanierung des "Monte Kalino" vor der Kamera auch nicht äußern.

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