Urteil im Revisionsprozess Missbrauchsfall Staufen: Kürzere Haftzeit für Soldat

Im Revisionsprozess um den Missbrauch eines Jungen in Staufen hat das Landgericht Freiburg keine Sicherungsverwahrung gegen einen Bundeswehrsoldaten angeordnet. Außerdem wurde die Haftzeit verkürzt.

Das Landgericht Freiburg hat keine Sicherungsverwahrung für den Bundeswehrsoldaten angeordnet. Im Revisionsprozess um den Missbrauch eines Jungen in Staufen hat die Verteidigung des Mannes zudem eine Verkürzung der Haft erwirkt.

Schild am Gebäude des Landgerichts Freiburg (Foto: SWR, Peter Steffe)
Schild am Gebäude des Landgerichts Freiburg Peter Steffe

Statt acht Jahre muss er nun nur für sieben Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Die Begründung des Gerichts: Der Soldat könnte seine Arbeit und seine Pensionsansprüche bei der deutsch-französischen Brigade in Illkirch bei Straßburg verlieren, wie ein Sprecher des Landgerichts auf SWR-Anfrage sagte. Die Staatsanwaltschaft Freiburg behält sich vor, dieses Urteil noch einmal zu prüfen.

Der angeklagte Bundeswehrsoldat hatte den damals neunjährigen Jungen gegen Geld vergewaltigt und war 2018 zu acht Jahren Haft ohne Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der Fall musste neu aufgerollt werden, weil der Bundesgerichtshof Verfahrensfehler festgestellt hatte.

Die Plädoyers

Wird Sicherungsverwahrung angeordnet oder nicht? Diese Frage hat das Gericht nun geklärt. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer acht Jahre Gesamtfreiheitsstrafe und Sicherungsverwahrung gefordert, die Nebenklage wollte zwölf Jahre Gesamtfreiheitsstrafe und ebenfalls Sicherungsverwahrung. Der Verteidiger hatte für eine Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren plädiert, sich allerdings gegen eine Sicherungsverwahrung ausgesprochen.

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