orange leuchtende Uhuaugen mit Eintrübung (Foto: SWR)

Rätselhafte Beutezüge in Reute Warum ein Uhu Störche jagt

Immer wieder hingen in Reute bei Freiburg ausgeweidete Störche in den Bäumen. Durch Zufall kam heraus: Ein Uhu hat sie gefressen. Das ist ungewöhlich. Aber es gibt eine Erklärung.

Dauer

Er ist ein komischer Vogel, der Uhu, dem besonders Störche munden. Experten haben über seine ausgefallenen Raubzüge gerätselt. Theresa Glaser vom NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen meint: "Das ist nicht gerade der freundlichste Uhu, den ich getroffen habe." Uhus seien eigentlich mehr auf das Greifen spezialisiert, erklärt sie, aber der könne auch schon ordentlich zupacken mit dem Schnabel.

Der Uhu sieht nicht gut

Ziemlich verknautscht sah er aus, als er ihn das erste Mal entdeckte, erinnert sich Storchenvater Martin Kury aus Reute von Weißstorch Breisgau e.V.: "Ich denke, er hat vom Storch ein oder zwei Hiebe abbekommen auf das Auge." Tatsächlich stimmt etwas nicht mit den Augen des großen Raubvogels.

Deshalb musste der Uhu nun zum Arzt nach Mössingen. Und dort stellte Matthias Roth, Fachtierarzt für Chirurgie, auch sofort fest: Der Uhu hat grauen Star. "Also die Pupille reagiert, wird schön klein, wird aber nicht ganz klein", sagt Roth. Das habe den Uhu aber offensichtlich nicht davon abgehalten, sich weiterhin entsprechende Opfer auszusuchen. Die großen Störche kann er offenbar ganz gut erkennen.

Delinquent unter Beobachtung

Was aber tun mit einem fast blinden Uhu? Wird er in Freiheit auf Dauer zurechtkommen? Und geht das große Fressen dann weiter? Die Vogelexperten vom Nabu werden ihn erst einmal beobachten. Eine dauerhafte Haltung in Gefangenschaft kommt nicht in Frage.

Tierärzte: Uhu wird eingeschläfert

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Uhu in der Voliere immer aggressiver wird und eigentlich wieder ausgewildert werden müsste. Das geht aber mit dem grauen Star nicht und käme Tierquälerei gleich. Als letzte Konsequenz im Sinne des Tierschutzes haben sich die Tierärzte dazu entschieden den Uhu einzuschläfern, wie am Dienstag bekannt wurde.

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