Prostituiertenmarsch in Straßburg 200 Kilometer aus Protest gegen sexuelle Ausbeutung

200 Kilometer weit wollen französische und deutsche Aktivistinnen laufen, von Straßburg nach Mainz. Aus Protest gegen sexuelle Ausbeutung. Unter ihnen auch ehemalige Prostituierte.

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Prostitution ist in Frankreich seit Jahren verboten. Eigentlich. Im Straßburger Hafenviertel jedoch bieten Frauen jede Nacht ihren Körper als Ware an. Im benachbarten Südbaden ist Prostitution dagegen erlaubt. Aber für die Betroffenen mache das praktisch keinen Unterschied: Es findet dennoch schwere sexuelle Gewalt statt und keiner bekommt es mit, sagt die ehemalige Prostituierte Sandra Norak.

Norak will das ändern genauso wie Rosen Hicher. Beide haben jahrelang als Prostituierte gearbeitet. Hicher führt den grenzüberschreitenden Protest von Straßburg nach Mainz an mit dem Ziel: die liberale deutsche Gesetzgebung zu kippen. Auf der Europabrücke zwischen Straßburg und Kehl wollten die Frauen dafür EU-Parlamentarier gewinnen.

Dass Prostitution erlaubt ist, führt zu extremen Auswüchsen und deshalb auch gerade dazu, dass viele junge Frauen und Minderjährige schon in Bordellen zu finden seien, meint Hicher.

Gemeinsam marschieren die Frauen zum "Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen" in Mainz Anfang nächster Woche.

Während die Aktivistinnen gegen solche Zustände vorgehen, geht in Straßburg, Baden-Baden und Karlsruhe das Geschäft mit der Prostitution unbeirrt weiter. Nacht für Nacht.

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