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Polizeipräsidium Freiburg 118 Bodycams für Polizei-Streifen flächendeckend im Einsatz

In Baden-Württemberg gab es allein im Jahr 2017 über 4.300 gewalttätige Angriffe auf Polizisten. Deshalb sollen künftig Bodycams zur Standardausrüstung für Polizeistreifen gehören.

Gewalt an Polizistinnen und Polizisten hat in den letzten Jahren erschreckende Ausmaße angenommen. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Stobl (CDU) will die Streifendienste der Polizei darum mit Bodycams standardmäßig ausstatten. In Mannheim und Stuttgart sind sie seit Kurzem eingeführt. Von Mittwoch an sollen diese Kameras auch im Polizeipräsidium Freiburg großflächig zum Einsatz kommen. Dort wurde die Wirkung der Aufnahmegeräte bereits seit 2017 in den Polizeirevieren Freiburg-Nord und Weil am Rhein getestet.

Polizistin: "Bodycam schreckt ab, schützt Polizisten, verhindert Straftaten"

Seit zwei Jahren trägt Polizeiobermeisterin Franziska Schröder aus dem Polizeirevier Freiburg Nord eine so genannte Bodycam. In brenzligen Situationen stellt sie die kleine Kamera, die an der rechten Schulter ihrer Uniform befestigt ist, auf Aufnahme. So auch, als sie von Kollegen zu einer Auseinandersetzung mit 15 Personen gerufen wurde. Ergebnis: Die Kamera schreckt ab und schützt die Polizeibeamten vor verbalen und handgreiflichen Attacken und verhindert so Straftaten. Das hat der Pilotversuch in Freiburg gezeigt.

118 Bodycams kommen im Streifendienst flächendeckend zum Einsatz

Nun hat das Polizeipräsidium Freiburg vom Land 118 solcher Bodycams bekommen, die im Streifendienst ab sofort flächendeckend zum Einsatz kommen. Der leitende Polizeidirektor Berthold Fingerlin: "Also wir sind hier schon ein Hotspot. Es soll eine deeskalierende Wirkung erzielt werden." Die Hoffnung dabei: weniger Übergriffe auf Polizeibeamte.

Eindeutiges Beweismittel mit strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben

Falls es dennoch zu Straftaten kommt, steht ein eindeutiges Beweismittel zur Verfügung. Die Aufnahme bekommt dann die Staatsanwaltschaft, die sie gegebenenfalls vor Gericht verwenden kann. Für diese Videoaufzeichnungen, so Polizeihauptkommissar Marco Troll, gibt es allerdings strenge datenschutzrechtliche Vorgaben. Alle Daten werden auf einem internen Server der Polizeidirektion Freiburg gespeichert. Sollten die Aufnahmen strafrechtlich nicht relevant sein, werden sie automatisch nach 28 Tagen gelöscht.

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