Ein junger Mann mit Kippa (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Patrick Seeger)

Kippa-Angriff im Fitnessstudio Stadt Freiburg schockiert über antisemitischen Vorfall

Die Stadt Freiburg zeigt sich nach einem antisemitischen Übergriff in einem Fitness-Studio schockiert. Einem jungen Mann wurde die Kippa vom Kopf gerissen und in den Müll geworfen.

Der Betroffene ist Samuel K., ein 19-jähriger Student jüdischen Glaubens. Laut Polizei hat der junge Mann den Vorfall direkt bei ihr gemeldet und angegeben, ihn habe nach dem Training in der Umkleide des Fitnessstudios ein anderer Mann beleidigend angegangen. Dieser soll ihn rassistisch beschimpft, ihm die Kippa vom Kopf genommen, sie bespuckt und in einen Mülleimer geworfen haben.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Betroffener: "Mir wurde von hinten die Kippa abgerissen"

Gegenüber dem SWR sagte Samuel K., er sei am Dienstagabend im Fitnessstudio gewesen. "Ich bin dann kurz in die Umkleide und wurde verfolgt, was ich erst im Nachhinein verstanden habe, weil der Täter erst danach zum Spind gegangen ist. Mir wurde von hinten die Kippa abgerissen."

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Polizei ermittelt – Staatsschutz eingeschaltet

Der Tatverdächtige soll den Ort verlassen haben, noch bevor die Polizei eingetroffen sei. Die Beamten haben daraufhin die Ermittlungen aufgenommen und suchen nun Gäste des Fitnessstudios, die als Zeugen den Vorfall beobachtet haben. Die Polizei ist optimistisch die Hintergründe aufzuklären. Die Ermittler gingen davon aus einen Tatverdächtigen zu ermitteln, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Außerdem sei der Staatsschutz eingeschaltet.

Vorfall auf Facebook öffentlich gemacht

Samuel K. hatte den Vorfall selbst auch auf Facebook öffentlich gemacht und ein Foto gepostet, das die Kippa in einem Mülleimer zeigt.

Die meisten Jüdinnen und Juden in Freiburg würden eher nicht praktizieren und daher sei das jüdisch-religiöse Bild in der Stadt eher nicht präsent, sagte der Student zum SWR. "Das ist ein Problem." Jetzt müsse er "irgendwie klarkommen auf das, was passiert ist".

Keine Zivilcourage – Kultur-Bürgermeister "betroffen und wütend"

Ulrich von Kirchbach, Bürgermeister für Kultur, Jugend und Soziales und Integration in Freiburg zeigte sich besonders betroffen darüber, dass keine Zivilcourage gezeigt wurde. Bei dem Angriff waren mehrere Männer in der Umkleide anwesend, von denen nur einer dem jungen Mann zu Hilfe kam. Das mache ihn persönlich betroffen und wütend, so Kirchbach.

Fitness-Studio sichert Ermittlern jede Unterstützung zu

Auch die Betreiber des Freiburger Fitness-Studios zeigten sich in einer schriftlichen Stellungnahme betroffen und sicherten der Polizei jede Unterstützung bei der Fahndung zu.

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