Polizei begutachtet die Wiese, von der die Orchideen verschwunden sind (Foto: SWR, Markus Beschorner)

Naturschutzgebiet Taubergießen Orchideen-Klau: Waren es wirklich Wildschweine?

Das Verschwinden tausender Orchideen aus dem Naturschutzgebiet Taubergießen geht laut Polizei wohl auf das Konto von Wildschweinen. Ein Biologe aber meint: Es gibt weitere Diebe.

Im Fall der verschwundenen Orchideen im Naturschutzgebiet Taubergießen (Ortenaukreis) geht der Offenburger Biologe Dietmar Keil von zwei Tätergruppen aus. Neben den Wildschweinen verdächtigt er den Menschen. Nur der komme in Frage für die massenhafte Ausgrabung der wertvollen Knollen auf den Orchideenwiesen.

Denn dort war nur eine bestimmte Orchideenart verschwunden, andere blieben stehen. Wildschweine, wie von der Polizei jetzt als Täter vermutet, würden keine Unterscheidung machen. Am Tulla-Damm hingegen, so der Biologe, hält auch er die Tiere für die Übeltäter.

Von Menschen keine Spur

Seit Anfang Mai waren aus dem Naturschutzgebiet tausende seltene Orchideen-Knollen gestohlen worden - im Wert von rund 300.000 Euro. Die Polizei ermittelte, konnte aber kein Umweltverbrechen feststellen. Die Beamten sind mehr als 30 Hinweisen nachgegangen, haben Experten gehört und Telefonverbindungsdaten ausgewertet. Eine konkrete Spur bezüglich menschlicher Orchideendiebe fanden sie dabei nicht, aber eine von Wildschweinen.

Tierische Überraschung

Überwachungstechnik rückte die Schweine in den Fokus der Ermittlungen. Wo sie nachts gesichtet wurden, fand man am nächsten Morgen ausgegrabene Knollen und Orchideenstängel. Die Spuren hätten denen der vorherigen Ausgrabungen geglichen, so die Polizei. Deutlichstes Indiz seien schließlich DNA-Spuren an einem frisch ausgehobenen Loch gewesen.

Auf menschliche Tatverdächtige stießen die Beamten zwar auch – aber nur bei ihren Ermittlungen zum Orchideenhandel im Internet.

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