Der 38-jährige Angeklagte im Offenburger Gerichtssaal. (Foto: SWR)

Landgericht Offenburg Urteil um Offenburger Arzt-Mord: Täter muss in Psychiatrie

Das Urteil im Offenburger Arzt-Mordprozess ist gefallen: Der Täter wurde wegen Schuldunfähigkeit zwar freigesprochen, aber die dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet.

Nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Arzt in Offenburg kommt der mutmaßlich 38 Jahre alte Angreifer in die Psychiatrie. Er sei ohne Zweifel der Täter, urteilte das Landgericht Offenburg am Dienstag. Da er unter einer psychischen Krankheit und Wahnvorstellungen leide, sei er jedoch nicht schuldfähig. Dies belege ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten. Zudem stelle er eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Der Mann, der unter anderem unter Verfolgungswahn leide, werde daher zwangsweise in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Der Asylbewerber aus dem afrikanischen Dschibuti hatte in dem Prozess bis zuletzt seine Unschuld beteuert.

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Festnahme erfolgte kurz nach der Messerattacke

Die Tat hatte sich Mitte August vergangenen Jahres ereignet. Der 52 Jahre alte Allgemeinmediziner war in seiner Praxis mit zahlreichen Messerstichen getötet worden, zudem war eine Arzthelferin verletzt worden. Der Asylbewerber, dessen Alter vom Gericht nicht eindeutig geklärt werden konnte, wurde wenig später festgenommen.

Gericht geht von Racheabsicht des Täters aus

Dem Urteil zufolge wollte er sich für eine aus seiner Sicht fehlerhafte ärztliche Behandlung rächen. Er sei davon ausgegangen, von dem Arzt bei einer vorangegangenen Blutentnahme vergiftet worden zu sein. Belege für mögliche medizinische Fehler gebe es jedoch nicht, sagte der Vorsitzende Richter Heinz Walter.

Mehr als 20 Messerstiche: Arzt hatte keine Chance

Der Allgemeinmediziner war den Angaben zufolge nach mindestens 20 Messerstichen in Kopf und Hals am Tatort gestorben. Er habe keine Chance gehabt, dem Angriff zu entkommen, sagte der Richter.

Urteil noch nicht rechtskräftig - eine Woche Zeit für Revision

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die am Prozess Beteiligten haben nach Angaben des Gerichts eine Woche Zeit, Revision einzulegen.

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