Obst aus dem Markgräflerland Heimische Kirschbauern sind frustriert

Immer öfter greifen Kunden zu Kirschen aus dem Ausland - weil sie günstiger sind. Die Kirschbauern hier leiden darunter und überlegen sich aus dem Kirschenanbau auszusteigen.

Nach der Kirschensaison ziehen die Produzenten im Markgräflerland Bilanz. Und diese ist nicht zufriedenstellend: Die Ernteerlöse war zu gering, weil die Konkurrenz aus dem Ausland zu groß ist. Kirschenbauer Jochen Bahlinger erklärt: "Der Verkaufspreis der Kirschen konnte im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas anziehen, aber lang nicht so kostendeckend, wie wir uns das vorstellen." Damit sich der Kirschenanbau lohnt, müssten die Obstbauern mindestens sechs Euro für das Kilo verlangen. Das sind Verbraucher offenbar nicht bereit zu zahlen, vor allem wenn es günstige ausländische Ware gibt und das obwohl die Regionalität von Produkten sonst so wichtig scheint.

Dauer

Günstigere Kirschenproduktion in Deutschland nicht möglich

"Günstiger produzieren können wir einfach nicht," sagt Obstbauer Kevin Brändlin. Denn Tafelkirschen müssten arbeitsintensiv von Hand gepflückt werden. 30 Saisonkräfte musste er dieses Jahr einstellen. Und die entsprechenden Lohnkosten schlagen sich im Endpreis nieder. Außerdem sei es bei strengen arbeitsrechtlichen Regelungen in Deutschland schwierig mit der Konkurrenz aus dem Ausland mitzuhalten.

Die Konsequenz könnte sein, dass sich heimische Obstbauern aus der Kirschenproduktion zurückziehen oder die Produktion zumindest zurückfahren und stattdessen etwa Mais anbauen.

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