Waffenhersteller Heckler & Koch aus Oberndorf (Foto: dpa Bildfunk, Wolf von Dewitz/dpa)

Oberndorfer Waffenhersteller Heckler & Koch dementiert Gerüchte

Heckler und Koch in Oberndorf im Kreis Rottweil weist Gerüchte über eine drohende Pleite zurück. Das Unternehmen erwartet für das laufende Geschäftsjahr weiter steigende Umsätze.

Die Restrukturierung der Produktion sei weitestgehend abgeschlossen und aus dem ersten Quartalsbericht 2019 gehe hervor, dass man voll im Plan sei, so Heckler & Koch Unternehmenssprecher Florian Bokermann. Bereits für das vergangene Jahr weist die Bilanz gestiegene Umsätze aus und der Auftragseingang wird mit 280 Millionen Euro beziffert. Dem gegenüber stehen derzeit Schulden in Höhe von rund 235 Millionen Euro – 55 Millionen weniger als noch vor fünf Jahren. Vor diesem Hintergrund sei man heute auf gutem Weg, sich zu entschulden, so Bokermann.

"Welt am Sonntag" sprach von "bestandsgefährdendem Risiko"

Die Auftragsbücher sind voll bei Heckler & Koch. Umso verwunderlicher, dass Bilanzprüfer am Montag von bedrohlichen Problemen gesprochen haben. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" gebe es ein "bestandsgefährdendes Risiko" für die Oberndorfer Waffenschmiede. Seit längerem werde der Konzern von hohen Schulden belastet.

Finanzexperte im Aufsichtsrat wieder ausgestiegen

Wie das Blatt weiter berichtet, sei der erst im letzten Jahr in den Aufsichtsrat gewählte Finanzexperte Jean-Christoph Arntz überraschend wieder ausgeschieden. Der Freiburger Friedensaktivist Grässlin berichtete gegenüber dem SWR über desaströse finanzielle Verhältnisse und berief sich auf eine interne Quelle.

Belegschaft hat mit knapper Mehrheit Lohnverzicht zugestimmt

Die Belegschaft des defizitären Waffenherstellers Heckler und Koch hat mit knapper Mehrheit für einen Lohnverzicht gestimmt, damit das Unternehmen finanziell etwas Luft bekommt. Mitte Mai hatten in Oberndorf 52,3 Prozent der Mitarbeiter für die Annahme eines Tarifvertrags gestimmt.

Wochenarbeitszeit erhöht - Löhne nicht

Der neue Tarifvertrag bei Heckler & Koch sieht eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 2,5 auf 37,5 Stunden vor. Geld für die Mehrarbeit gibt es nicht, so die IG-Metall. Gestrichen wird zudem eine für Juli vorgesehene Einmalzahlung von 400 Euro je Vollzeitstelle.

Die Geschäftsführung zeigte sich dankbar über den "Vertrauensvorschuss". Laut IG-Metall haben sich die Arbeit- und Kapitalgeber zu Investitionen in den Standort Oberndorf in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe pro Jahr verpflichtet.

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