Kalikokrebs (Foto: picture-alliance / dpa)

Nordamerikanischer Flußkrebs erobert Oberrhein Kalikokrebs bedroht heimische Arten

Der aus Nordamerika eingeschleppte Kalikokrebs verbreitet sich explosionsartig am Oberrhein. Forscher warnen, er sei bei Offenburg angelangt und auch im Elsass längst ansässig.

Der Krebs und bedroht heimische Tiere wie zum Beispiel Libellen, weil er ihren Lebensraum in Beschlag nimmt und sämtliche Nahrung in den Gewässern auffrisst. Er sei inzwischen in den Gewässern entlang des gesamten Oberrheins zu finden. "Ich wage mal eine grobe Schätzung: In 80 Prozent der Auengewässer findet sich der Kaliko", sagt Andreas Stephan, der gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Herrmann an der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe ein Forschungsprojekt zu dem nordamerikanischen Flusskrebs betreut.

Der Kalikokrebs wurde vermutlich 1993 in der Nähe des Baden-Airparks ausgesetzt. Seitdem verbreitet er sich explosionsartig, weil er sich in extrem kurzen Zyklen und riesiger Zahl vermehren kann.

Invasion auch abseits von Bächen und Flüssen

Ein weiteres Glück für den Krebs, aber Unglück für die Artenvielfalt: Der Eindringling wandert über Land. Das heißt, dass sich die Invasion der Tiere auch in Gewässern abseits von Bächen und Flüssen vollzieht.

Auch wenn man den Kalikokrebs (Orconectes immunis) flächendeckend nie mehr los wird, so gibt es doch Möglichkeiten, den Bestand zu dezimieren und einheimische Amphibien und Insekten wieder anzusiedeln: "Man muss Kleingewässer sanieren und neue Gewässer so anlegen, dass der Krebs da möglichst nicht hineinkommt", sagt Schnabler.

Baumstammbarrieren helfen dabei, das Tier vom Wandern abzuhalten und Kiesufer hindern es daran, sich zu vergraben.

Schlimmste invasive Tierart im Südwesten

Passiert nichts, "so gehen wir davon aus, dass der Krebs in 10 bis 15 Jahren dafür gesorgt hat, dass Amphibienbestände massiv eingebrochen sind und keine Chance mehr auf Erholung haben", sagt Stephan.

Nabu-Experte Schnabler hält den Kalikokrebs für die schlimmste invasive Tierart im Südwesten: "Er ist eine richtige Killermaschine."

Als Hummerersatz auf der Speisekarte

Der Fantasie von Hobbyköchen erteilten Experten eine Absage. Die Tiere seien genießbar und als Hummerersatz in zahlreichen Restaurants auf der Speisekarte, aber dürften nicht so einfach gefangen werden.

Ein Angelschein ist dafür notwendig, ansonsten macht man sich strafbar.

STAND