Neuer Lehrstuhl an Freiburger Uni Erste Professur für bedingungsloses Grundeinkommen

Seit Dienstag gibt es in Freiburg eine Professur zum bedingungslosen Grundeinkommen – erster Lehrstuhl seiner Art in Deutschland. Gestiftet hat ihn Drogerieunternehmer Götz Werner.

Statt Hartz-IV ein bedingungsloses Grundeinkommen – das klingt erstmal gut. Doch würde das auch funktionieren? Wer würde dann noch arbeiten gehen, wenn man auch ohne Anstrengung Geld bekommt? Würde sich der Fachkräftemangel möglicherweise weiter verstärken? Und wer soll das überhaupt bezahlen? Es sind viele Fragen, die Ökonomen und andere Wissenschaftler der Freiburger Universität die nächsten zehn Jahre beschäftigen werden.

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Lehrstuhl-Stifter Werner: "Der Egoismus ist unser Problem"

Götz Werner hat eine Vision. Er träumt vom bedingungslosen Grundeinkommen. Denn: "Der Egoismus ist unser Problem", sagt der 75-Jährige bei der Vertragsunterzeichnung mit der Universität Freiburg. Der Milliardär stiftet zwei Millionen Euro, damit dort, wo einst Walter Eucken die soziale Marktwirtschaft vorgedacht hat, nun auch seine Vision einer sozialeren Gesellschaft wissenschaftlich untersucht wird. Und zwar in der bundesweit ersten Professur für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Bedingungsloses Grundeinkommen – Weg in menschenwürdigere Zukunft

Bernhard Neumärker, Wirtschaftswissenschaftler an der Uni Freiburg wird die Götz-Werner-Professur innehaben. Der Neoliberalismus, ist Forschungsleiter Neumärker überzeugt, sei längst an seine Grenzen gestoßen. Ein Sozialstaat, der Druck ausübt, ebenfalls. Die Studien zum allgemeinen Existenzgeld – für den Freiburger Ökonomen längst überfällig. Denn das bedingungslose Grundeinkommen könnte der Weg sein in eine menschenwürdigere Zukunft.

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