Neue Rettungswache im Hochschwarzwald Gemeinden lassen Bergwacht bislang hängen

Für den Bau einer neuen Rettungswache im Hochschwarzwald braucht die Bergwacht noch 130.000 Euro. Doch die Gemeinden, die davon profitieren würden, wollen sich bislang nicht beteiligen.

Eine einzelne Garage in Hinterzarten, mehr nicht. Das ist, wenn man so will, die Bergrettungswache des Hochschwarzwaldes. Das Einsatzfahrzeug passt gerade so hinein in die Garage. Kein Aufenthaltsraum, keine sanitären Einrichtungen, keine Telefonzentrale - stattdessen vor allem staubige Enge. Die Einsätze, die hier starten, werden nicht nur zahlreicher, sie werden medizinisch immer schwieriger, erzählt Adrian Probst, Landeschef der Bergwacht. Eine neue Rettungswache sei dringend nötig. Sie soll in Hinterzarten neben der Feuerwehr entstehen.

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Nur warme Worte - sonst nichts?

Mit dem Land hat er verhandelt und sie haben sich geeinigt. 300.000 Euro hat das Land zugesagt, 100.000 Euro wollen die Ehrenamtlichen Bergretter selber aufbringen. Fehlen noch 130.000 Euro von den Kommunen im Einzugsgebiet, auf freiwilliger Basis. Doch von den neun Gemeinden gab es bislang nichts, nur "Sonntagsreden", sagt Probst. "Dann kommt Unterstützung in Form von warmen Worten, da gibt es dann lange Ansprachen - aber wenn es zum Schwur kommt und tatsächlich auch der Geldbeutel aufgemacht werden soll, dass die Ehrenamtlichen eine Heimat bekommen, dann sieht es ganz düster aus", klagt Probst.

Fast 100 Jahre ist die Bergwacht in Baden-Württemberg alt und wird seit damals von Ehrenamt und Idealismus getragen. Beklagt haben sich die Freiwilligen fast nie, gefordert nur selten. Inzwischen ist die Bergwacht unverzichtbar geworden. Sie bedeutet Sicherheit, vor allem für den modernen Tourismus.

Sie seien nicht verpflichtet, sagen die Bürgermeister

Von einer Rettungswache in Hinterzarten würden alle profitieren, sagt die Bergwacht. Insgesamt sind es neun Kommunen, für jede einzelne blieben etwa 14.000 Euro. Sie seien nicht verpflichtet, sagen die Bürgermeister. Für ein Badeparadies haben ihre Gemeinden 14 Millionen zugeschossen. Mit dem Betrag für die Bergwacht haben sie, wie es scheint, Probleme. "Letztendlich entscheidet jede Gemeinde eigenständig für sich und jeder Gemeinderat ist da souverän", sagt Jürgen Kaiser, Bürgermeister der Gemeinde Schluchsee.

Er sei es leid, zu betteln, sagt Adrian Probst. Doch er bleibt trotzdem zuversichtlich: "Das ist mühsam und manchmal auch frustrierend, aber am Ende, das hat die Bergwacht in fast 100 Jahren bewiesen, lohnt es sich doch, dranzubleiben."

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