Nach europäischem Expertenrat Schweizer Kantonschemiker fordern Verbot von Chlorothalonil

Das Fungizid Chlorothalonil gilt mittlerweile als krebserregend. Trotzdem kommt es in der Schweiz immer noch zum Einsatz. Deshalb schlagen Kantonschemiker nun Alarm und verlangen ein Verbot.

30 Tonnen des Pestizids Chlorothalonil versprühen Bauern in der Schweiz jedes Jahr auf den Feldern Vor allem im Kampf gegen Fäulnis bei Getreide. Doch dieses Mittel kann Spuren hinterlassen. Auch im Trinkwasser.

Dauer

An über 300 Standorten in der Ostschweiz hat das interkantonale Labor Schaffhausen Trinkwasser und Grundwasser-Proben auf Rückstände untersucht. Die Resultate lassen aufhorchen. In vierzig Prozent der Proben wurde Chlorothalonil nachgewiesen. Der offizielle Höchstwert wurde dabei in 34 Fällen überschritten. Zum Teil bis in das Fünffache.

Für viele Experten steht fest, dass die Verbote für solche Mittel oft zu spät kommen. Bei vielen Stoffen sollten die Behörden strenger sein, so die Forderung schon seit Jahren, denn sie sind sehr langlebig.

Im April hat die EU nun Chlorothalonil die Zulassung entzogen. Ein Expertenrat der Europäischen Lebensmittel-Behörde stufte die Substanz als krebserregend ein und schloss nicht aus, dass sie eine Erbgut verändernde Wirkung haben könnte.

Mittlerweile hat auch die Schweizer Regierung gehandelt. Ab Oktober ist das Mittel auch in der Schweiz verboten. Gut auch für die Menschen auf deutscher Seite. Denn längst ist bewiesen, dass sich Pestizide über die Luft weit mehr verbreiten als bisher angenommen.

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