Nach Vergewaltigungsfall Polizei erhöht ihre Präsenz in Freiburg

Rund einen Monat nach der Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg setzen die Stadt und das Land auf eine erhöhte Polizeipräsenz. Das wurde am Donnerstag vereinbart.

Geplant seien großangelegte Razzien an Drogen- und Kriminalitätsschwerpunkten sowie öffentliche Sicherheitskonferenzen und Präventionsveranstaltungen, sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Donnerstag in Freiburg.

Dauer

Sicherheitsgefühl dauerhaft erhöhen

Zudem plane die Stadt den Ausbau des kommunalen Ordnungsdienstes, mehr Videoüberwachung sowie den verstärkten Einsatz von Streetworkern und anderen Sozialarbeitern. Ziel sei, das Sicherheitsgefühl der Menschen in Freiburg dauerhaft zu erhöhen.

Mitte Oktober war Ermittlungen zufolge eine 18-Jährige in Freiburg nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt worden. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft – sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Weitere Verdächtige werden gesucht.

Personengruppe steht vor einer Treppe in einem Innenhof (Foto: dpa/Bildfunk/Patrick Seeger)
Thomas Strobl vor der Unterzeichnung des Vertrages zur Fortschreibung der Sicherheitspartnerschaft mit Mitarbeitern des Ordnungsdienstes in Freiburg. dpa/Bildfunk/Patrick Seeger

Zusätzliche Polizisten bleiben in Freiburg

Bereits im vergangenen Jahr, nach einer Serie von Verbrechen, hatte das Land zusätzliche Polizisten nach Freiburg geschickt. Diese werden weiter in Freiburg bleiben, sagte Strobl. Darauf hätten sich Land und Stadt nun geeinigt. Es handele sich um knapp 40 Polizeibeamte, die täglich in Freiburgs Zentrum unterwegs seien. Neu hinzu kämen nun fünf Ermittlungsassistenten für die Freiburger Kriminalpolizei.

Gewerkschaft kritisiert Personalaufstockung

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Baden-Württemberg Hans-Jürgen Kirstein hat sich kritisch über mehr Polizei auf die Schnelle für Freiburg geäußert. Bei der Unterzeichnung der Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt und Land waren mehr Polizeibeamte, Fahndungsaktionen und ein regionaler Sonderstab für kriminelle Ausländer vereinbart worden. Gegenüber dem SWR sagte Kirstein: "Personal auf die Schnelle nach Freiburg zu schicken ist ein Problem, denn dann fehlt es an anderer Stelle." Das mache nur Sinn im projekt-bezogenen Zusammenhang.

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