Ein Schild hängt an einer Hauswand (Foto: SWR)

Nach Revision der Staatsanwaltschaft Mordfall Neuenburg wird neu aufgerollt

In dem wiederaufgerollten Prozess um den Mordfall in Neuenburg hat der Angeklagte vor dem Landgericht Freiburg die Vorwürfe zurückgewiesen. Er war zunächst freigesprochen worden.

Der Angeklagte teilte zu Prozessbeginn am Freitag über seinen Verteidiger mit, er selbst sei von der Tat überrascht worden und habe währenddessen Todesangst gehabt. In dem Prozess geht es um seine Rolle in einem Mord in Neuenburg im Jahr 2014. Die Mittäterschaft des erneut Angeklagten sah das Landgericht damals als nicht erwiesen an und sprach ihn 2017 frei.

Dauer

Haupttäter bereits zu lebenslanger Haft verurteilt

Auf Revision der Staatsanwaltschaft Freiburg hatte der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass der Fall nochmals aufgerollt werden muss. Der jetzt 24-jährige deutsche Angeklagte soll im Dezember vor vier Jahren zusammen mit einem türkischen Komplizen – der bereits rechtskräftig zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde – in der Nähe von Neuenburg am Rhein (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) einen 21-jährigen Mann getötet haben.

BGH-Richter: Attacken gegen Opfer billigend in Kauf genommen

Der Komplize des Angeklagten hatte dem jungen Mann erst mit einer Waffe auf den Kopf gezielt und geschossen und dann mit Holzpfählen solange auf ihn eingeschlagen, bis er tot war. Der Angeklagte habe die massiven Attacken gegen das Opfer gebilligt und damit in Kauf genommen, dass der 21-Jährige heimtückisch und grausam getötet wurde, so die Richter des BGH. Sie gaben den Fall an das Landgericht Freiburg zurück. Für den erneuten Prozess sind insgesamt 18 Verhandlungstage angesetzt.

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