Nach 47 Jahren Laufzeit Schweizer AKW Mühleberg geht vom Netz

Gefährlich sind auch die strahlenden Reste eines Atomkraftwerkes. Die müssen jetzt auch in der Schweiz gelagert werden. Dort werden die Atomkraftwerke nach und nach abgeschaltet und rückgebaut.

Als erstes Atomkraftwerk der Schweiz geht im Dezember das AKW Mühleberg vom Netz. Bislang produziert es 5% des Schweizer Strombedarfs. Die Vorbereitungen für die Stilllegung des zweitältesten Schweizer AKW laufen bereits auf Hochtouren. Projektleiter Stefan Klute hat bereits in Deutschland Erfahrungen mit der Stilllegung von Kernkraftwerken gesammelt.

Dauer

Der Rückbau – ein logistisches Mammutprojekt, das mindestens 15 Jahre dauern wird, an dem aber alle 300 Mitarbeiter des Werks mitarbeiten sollen. Im Zwilag, dem grenznahen Schweizer Atomzwischenlager Würenlingen werden die strahlenden Kraftwerksteile zerlegt, gereinigt und dann eingelagert. Stefan Klute, Projektleiter AKW Rückbau: "Ein Großteil des Materials, das wir in Mühleberg zerlegen und demontieren, werden wir auch in Mühleberg putzen. Die komplizierteren Materialien werden wir hier in die Zwilag bringen, weil die Zwilag eine andere Infrastruktur hat, um mit den Materialien umgehen zu können."

Bis ein Atomendlager gebaut werden kann, verfüge man im Zwilag über genug Lagerplatz, um die strahlenden Reste von allen Schweizer AKW aufzunehmen. Für die Bernische Kraftwerks AG, BKW, könnte die Pionierarbeit beim AKW Rückbau sogar zum neuen lohnenden Geschäftsfeld werden.

Allein in der Schweiz müssen noch vier weitere AKW zurückgebaut werden. In Europa sind es bis zu 80 Kernkraftwerke. Stefan Roth, Dozent für Erneuerbare Energien: "Und die Ausgangslage für eine geschäftliche Tätigkeit ist natürlich sehr günstig. Denn einerseits gibt der Gesetzgeber vor, wie zurückgebaut werden muß und das Geld dafür ist als Rücklage vorhanden."

Seit Jahren kauft die Schweizer BKW Firmen im Bereich Dienstleistung, Planung oder Gebäudetechnik, wie die deutsche Firma Assmann, die Flughäfen und Fußballstadien baut. Mit dem Abschied vom AKW Mühleberg treibt der Stromkonzern den massiven Konzernumbau Richtung Dienstleistungsunternehmen weiter voran.

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