Freiburger Forscher-Team Mein Wald: Die Suche nach den Ur-Eichen

Wie sieht der Wald in Zukunft aus? Welche Bäume werden wachsen – oder haben überhaupt noch eine Chance in Zeiten des Klimawandels? Das will ein Freiburger Forscher-Team herausfinden.

Baum-Experte Alexander Braun von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg geht mit seinem Team diesen Fragen nach. Es ist eine mühsame und gefährliche Suche, dort, wo der Mensch noch nie Hand an den Wald gelegt hat: In unzugänglichem Gelände, beispielsweise in einem steilen Hang oberhalb von Staufen. Aber da gibt es sie noch – uralte Eichen. Jedes Mal, wenn Eichen-Experte Alexander Braun die Überlebenskünstler besucht, ist er wieder aufs Neue fasziniert von ihnen.

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DNA-Analysen verweisen auf Urahnen aus der Eiszeit

DNA-Analysen haben erwiesen: Die verkrüppelten Bäume sind Nachfahren jener Eichen, die nach der Eiszeit aus Italien hierher kamen. Seit zwei Jahren sucht Alexander Braun mit seinem Team im ganzen Land nach den Nachfahren jener Ur-Eichen, die einst als Erste die kahlen Flächen nach der Eiszeit wieder besiedelten.

Beschwerliche und gefährliche Suche nach den Ur-Eichen

Das Naturschutzgebiet Utzenfeld etwa ist zu karg für eine Bewirtschaftung. Hier hat der Mensch kaum in die Natur eingegriffen. Auch nicht in einer Steilwand oberhalb von Schönau. Es ist ein beschwerlicher und gefährlicher Weg und der Steilhang eine Herausforderung für den Genetiker im Team, Charalambos Neophytou, der normalerweise im Labor arbeitet.

Hoffnungsvolles Zukunftsprojekt – mit ungewissem Ausgang

Kaum Nährstoffe und kaum Wasser – Bäume, die hier seit Jahrhunderten stehen, müssen echte Überlebenskünstler sein. Sie könnten auch dem Klimawandel trotzen, hoffen die Forscher. Deshalb brauchen sie ihre DNA, sie wollen sie züchten. Ihre beschwerliche Arbeit ist daher noch lange nicht abgeschlossen. Die Forscher werden noch öfter in Steilhänge und Felswände klettern müssen, um Proben von den widerstandsfähigsten Eichen im Land zu sammeln: den Ur-Eichen.

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