Marckolsheim im Elsass Auf der Suche nach einem verschwundenen Dorf

Ein Geschichts-Verein im Elsass will die Erinnerung an eine Arbeitersiedlung bewahren, die in den 60er Jahren bei Marckolsheim für Kanal- und Kraftwerks-Bauer errichtet wurde.

Die Natur hat sich das Gelände zurückgeholt. Vor 50 Jahren wurden die meisten Gebäude abgebrochen. Heute erinnern nur noch Wege und Straßenschilder an die einstige Siedlung. 3.800 Menschen wohnten dort. Der Energiekonzern EDF hatte die Barackenstadt 1957 aus dem Boden gestampft. Direkt an der Baustelle des Rheinseitenkanals.

Dauer

Der Geschichtsverein will die Erinnerung an Cité Quatorze bewahren, auf deutsch "Siedlung 14". Sie hieß so, weil es die vierzehnte derartige Arbeitersiedlung war. Die Lokalhistoriker suchen den Kontakt zu ehemaligen Bewohnern, die als Kinder und Jugendliche dort gelebt haben.

Die Arbeiter hoben nicht nur den Kanal aus, sondern bauten auch Schleusen und Kraftwerke – es war eine gigantische Großbaustelle. 1969 war hier alles fertig, weiter ging es in einem anderen Abschnitt. Die EDF hielt sich noch lange Zeit die Option offen, auf dem Gelände ein Kernkraftwerk zu bauen – doch auch das ist nun schon seit zwanzig Jahren passé.

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