Projekt an der Uni Freiburg Atlas über Verteilung von Familiennamen vorgestellt

Über eine Million Familiennamen hat der emeritierte Sprachwissenschaftler Konrad Kunze in Freiburg ausgewertet und die Verteilung der Namen in Deutschland mit Karten dokumentiert.

Woher stammen wir? Was waren unsere Vorfahren von Beruf und was für Menschen waren sie? Das alles können Familiennamen verraten, die jetzt in einem regelrechten Namensatlas erfasst sind.

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Konrad Kunze hat sie sogar gewogen: 15 Kilo schwer ist die Gesamtausgabe des Deutschen Familienatlas. 2005 fing er mit der Erforschung von Familiennamen an. Eine Quelle für viele Informationen, wie er und sein Team herausgefunden haben: "Der allergrößte Teil unseres Wortschatzes sind Namen. Man kann die nicht einfach links liegen lassen, das ist die erste Seite. Und die andere ist, dass man aus den Namen die ganze Kulturgeschichte Europas ablesen kann."

Nachnamen gibt es seit ungefähr 800 Jahren. Wie sie entstanden sind haben die Wissenschaftler anhand von Daten von über 28 Millionen privater Festnetzanschlüsse untersucht. Die Nachnamen gehen zum Beispiel auf den Wohnort der Vorfahren zurück, den Beruf oder besondere Merkmale.

Konrad Kunze: "Am Kaiserstuhl da hören ganz viele Namen mit -lin auf, also Rinklin und Höflin und Birmelin und sonstwas. Das sind Schweizer, die nach dem 30-jährigen Krieg hierhin ausgewandert sind und die ihren damaligen Namen aus der Schweiz mitgebracht haben und ihn bis heute führen, während er in der Schweiz sich zu -li verkürzt hat."

Das und weitere Ergebnisse erläuterte Konrad Kunze bei einem Vortrag an der Uni Freiburg einem großen Publikum. Das nächste Forschungsgebiet steht für den 79-jährigen Wissenschaftler auch schon fest: Er will die Vornamen untersuchen.

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