Märchenzeichnerin aus Freiburg Eine Welt voller Geheimnisse

Kobolde, Zwerge, Drachen und Meerjungfrauen sind ihre Welt: Noch mit 84 Jahren arbeitet die Freiburger Illustratorin Helga Gebert jeden Tag. Sie bebildert Märchen aus aller Welt.

Dauer

Die Freiburger Illustratorin Helga Gebert ist im Nordschwarzwald bei einer strengen Großmutter aufgewachsen, der sie sich heimlich widersetzte. Als Kind, erinnert sie sich, war ihre Welt voller Geheimnisse: "Ich habe hinter jedem Baum einen Zwerg gesehen oder Blumenelfen, ich lebte in einer anderen Welt."

Tante Ursula war die gute Fee in ihrem Leben. Die hat sie mitgenommen, mit dem Tuschekasten raus aus dem Dorf zum gemeinsamen Zeichnen.

Geschichten aus 1001 Nacht

Bis heute hat Helga Gebert unzählige deutsche und ausländische Märchen bebildert und oft auch übersetzt, aus dem Arabischen und Englischen. Sie hat Kunst studiert, geheiratet, ihren Mann wieder verlassen und den Orient bereist. Helga Geberts Neugier auf alles Fremde ist groß.

Mut und Neugier im Privaten

Sie hat drei eigene Kinder und zwei adoptierte, die vor 15 Jahren als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kamen. "Und das ist gut gegangen!", betont sie, es hätte ja auch schief gehen können, was habe sie denn schon von ihnen gewusst, aber es sei gut gegangen.

Inzwischen hat sie 13 Enkel, denen sie manchmal Märchen vorliest. Aber die klassische Oma, die nur für die Enkel lebt, ist die Märchenzeichnerin nicht - dafür ist ihre Neugier auf's Leben noch zu groß.

Die Welt, wie sie ihr gefällt

Jeden Abend um 18 Uhr unterbricht sie ihre Arbeit und setzt sich vor ihre Lieblingskneipe, das "Litfass". Dort trifft sie ihre Freunde auf ein Glas Sekt, und - weil sie nicht mehr gut laufen und reisen kann - stellt sie sich einfach vor, das sei Paris.

Menschen und Autos vor Kneipe mit buntem Schriftzug "Litfass" (Foto: SWR)
Vor dieser Kneipe fühlt sie sich wie in Paris
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