Eltern und Kinder vor einer Schule (Foto: SWR, Matthias Zeller)

Lörracher Fridolinschule im Sanierungsstau Schule bleibt zu - erste Reaktionen

Kurz vor acht Uhr am Donnerstagmorgen standen vor der geschlossenen Lörracher Fridolinschule ein paar Eltern und informierten sich. Trotz Umstände gab es viel Verständnis.

Nur wenige der 320 Grundschüler der Fridolinschule waren am Donnerstagmorgen gekommen. Sie wurden zum Unterricht in die Lörracher Neumattschule oder zur Betreuung in die Räume der Kaltenbachstiftung geschickt.

Dauer

Schwelbrand in Schultoilette

Nach einem Feuerwehreinsatz wegen eines Schwelbrandes in der Mädchentoilette vergangene Woche hat Rektorin Christine Mörth die Schließung der Schule beschlossen. Sie sieht aus Sicherheitsgründen dringend Sanierungsbedarf: "Das Dach ist im schlechten Zustand. Es kam schon ein Ziegel runter, während der Mittagspause ist er einen Meter neben einem Schüler eingeschlagen. Die Halle hatte eine Deckenkonstruktion, die statisch seit langem überwacht wird und der Brandschutz ist meines Erachtens nicht ausreichend."

Zustimmung vieler Eltern

Argumente, die auch die meisten Eltern überzeugten, die kurzfristig über die Schließung der Schule informiert worden waren.

Oberbürgermeister nimmt Stellung

Zu einer schon länger geplanten Sitzung von Stadt und Schulen zum Sanierungsbedarf ist am Mittwochabend auch Lörrachs OB Jörg Lutz in die Fridolinschule gekommen – gleich mit einem prüfenden Blick hoch zum Schuldach: "Ich sehe hinter mir das Dach, das sieht eigentlich ganz gut aus. Bei dem Schieferdach war etwas runter gekommen. Seither geht jedes Vierteljahr ein Dachdeckermeister hoch, schaut sich die Dinge dort oben an und kann erkennen: Gibt es ein Problem – ja oder nein?" Der Schwelbrand gibt Lutz zu: "Das kann vorkommen. Das ist nichts, was einem Freude bereitet." Aber es gebe die Notfallmöglichkeit: Toiletten mit Tageslichtbeleuchtung. Sprich: man montiert die Lampen ab und kann dann die Elektrik austauschen in Ruhe. Lörrachs Oberbürgermeister versteht nicht: "Dass ohne jede Rücksprache auch die Eltern so verunsichert wurden. Das kann ich nicht akzeptieren."

Ehemaliger Rektor zeigt Verständnis

Mehr Verständnis für die Rektorin hat SPD-Fraktionschef Hubert Bernnat. Er ist früher selbst Schulleiter des größten Lörracher Gymnasiums gewesen: "Wenn ein Schulleiter Zweifel daran hat, dass die Sicherheit gewährleistet ist, dann ist er im Grunde quasi verpflichtet, die Schule zu schließen."

Gutachter soll nun Sicherheit prüfen

Ein Gutachter soll noch am Donnerstag die Sicherheitsfrage klären und damit die Frage, ob die Grundschule am Freitag wieder geöffnet werden kann. In der Arbeitsgruppensitzung am Vortag war die Sanierung der Schule laut Rektorin Christine Mörth zurückgestellt worden, von der obersten Priorität auf die Warteliste: "Das befremdet mich, dass muss ich ganz ehrlich sagen", gibt sie enttäuscht zu.

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