Ein Mann in einem Gerichtssaal hält sich einen Aktenordner vors Gesicht (Foto: SWR, Jan Ludwig)

Weiteres Urteil im Staufener Missbrauchsfall Neun Jahre Haft für schwere Vergewaltigung

Wegen schwerer Vergewaltigung eines neunjährigen Jungen aus Staufen ist am Montag ein Mann zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Anschließend muss er in Sicherungsverwahrung.

Ohne sichtliche Regung nahm der 37-jährige Maurer aus der Schweiz das Urteil wegen schwerer Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Zwangsprostitution entgegen. Er muss nun für neun Jahre ins Gefängnis; zudem ordneten die Richter am Freiburger Landgericht eine anschließende Sicherungsverwahrung an. Der Veurteilte habe aufgrund seiner "tiefen Veranlagung" und mangelnder Einsicht in seine eigene Störung ein hohes Rückfallrisiko. Er muss außerdem 14.000 Euro Schmerzensgeld an den Jungen zahlen. Sein Verteidiger kündigte wegen der Sicherheitsverwahrung Revision an.

Dauer

Mann schon "lange im Geschäft"

Um den Jungen für den Missbrauch gefügig zu machen, hatte der 37-Jährige sich als Polizist ausgegeben und ihm gedroht. Seine Taten in den Jahren 2016 und 2017 sollen gefilmt und als Videos an andere weitergeleitet worden sein. Der Mann war dafür jeweils aus der Schweiz in den Breisgau gereist. Er sei bereits "lange im Geschäft", so der vorsitzende Richter Stefan Bürgelin. Dies würden seine Daten in Internetforen belegen.

Der Veurteilte hat die Taten gestanden

Der größte Teil der Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Nur die Aussagen von Zeugen und das Urteil waren öffentlich. Der Angeklagte hatte über seinen Anwalt ein Geständnis abgelegt und während der Verhandlungen auf Fragen geantwortet. Der 37-Jährige ist einer von insgesamt acht Tatverdächtigen im Staufener Missbrauchsfall - und mittlerweile der vierte, der verurteilt wurde.

Zweijähriges Martyrium

Der neunjährige Junge aus Staufen wurde laut Ermittlungen mehr als zwei Jahre lang von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt. Seine Mutter und ihr Lebensgefährte hatten ihn im Internet gegen Geld angeboten. Das Paar soll den Jungen auch selbst jahrelang misshandelt haben. Es muss sich dafür seit dem 11. Juni vor Gericht verantworten. Das Urteil gegen beide wird frühestens Mitte Juli erwartet.

Der Lebensgefährte soll für die Vergewaltiger Treffen in Ferienwohnungen und im Freien arrangiert und ihnen kaum Grenzen gesetzt haben. Den Ermittlungen zufolge wurden sämtliche Taten gefilmt und die Videos dann im Internet verbreitet. Die Mutter des Missbrauchsopfers soll an den meisten Taten beteiligt gewesen sein.

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