Landgericht Freiburg Staufener Missbrauchs-Fall: Soldat erneut vor Gericht

Vor dem Landgericht Freiburg hat am Dienstag ein Revisions-Prozess im Staufener Missbrauchs-Fall begonnen. Dabei geht es um das Urteil gegen einen 51-jährigen Bundeswehr-Soldaten.

Nach dem jahrelangen sexuellen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg muss sich ein Soldat der Bundeswehr erneut vor Gericht verantworten. Der heute 51-Jährige ist wegen Vergewaltigung und schweren Kindesmissbrauchs verurteilt worden, wie der Vorsitzende Richter zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht Freiburg sagte. In dem erneuten Prozess gehe es nun um die Strafhöhe und um die Frage, ob Sicherungsverwahrung angeordnet wird. Der Soldat hatte im ersten Prozess gestanden, einen Jungen 2017 in Staufen zweimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben.

Dauer

Strafmaß und Sicherungsverwahrung stehen zur Debatte

Das Gericht hatte den Mann im Mai vergangenen Jahres zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Auf Sicherungsverwahrung hatte es verzichtet. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob dieses Urteil Anfang Mai dieses Jahres teilweise auf, nachdem der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt hatten. Deshalb wird nun in Freiburg neu verhandelt. Die Verurteilung des Mannes habe der BGH zwar bestätigt, sagte der Vorsitzende Richter in dem Freiburger Prozess. Das Strafmaß und die Frage der Sicherungsverwahrung müssten aber noch einmal verhandelt und bewertet werden.

Junge war von Mutter im Darknet zum Sex angeboten worden

Der Junge war Gerichtsangaben zufolge mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Sieben Männer sowie die Mutter des Opfers wurden vom Landgericht Freiburg im vergangenen Jahr verurteilt. Die meisten Urteile sind Justizangaben zufolge schon rechtskräftig. Die Taten waren von den Männern und der Mutter des Jungen gefilmt worden. Für den Prozess sind laut dem Gericht fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte es demnach Ende November geben.

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