Schild mit der Aufschrift "Landgericht Freiburg" (Foto: dpa Bildfunk, Patrick Seeger)

Prozess um Gruppenvergewaltigung Befangenheitsantrag gegen Freiburger Richter zurückgezogen

Im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg ist der Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter zurückgezogen worden. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft.

Die Anwältin eines der elf Angeklagten hatte den Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Stefan Bürgelin am Mittwoch eingereicht – und noch am Abend wieder zurückgenommen, wie der Sprecher der Anklagebehörde am Freitag sagte. Die Gründe dafür waren zunächst nicht bekannt. Der Prozess hätte platzen können, wäre dem Antrag stattgegeben worden.

Verbaler Schlagabtausch und Diskurs mit Verteidigern

Bereits zu Beginn des achten Verhandlungstages am Mittwoch hatte es zwischen dem Vorsitzenden Richter und zwei Verteidigern einen kontroversen verbalen Schlagabtausch gegeben. Als der Richter bei der Vernehmung eines Zeugen aus einem 60-seitigen Vernehmungsprotokoll der Polizei zitieren wollte, gab es Kritik von einer Verteidigerin. Daraufhin war es zu einem Diskurs zwischen Richter und Verteidigerin gekommen in dessen Folge die Anwältin einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden gestellt hatte.

Elf angeklagte Männer bestreiten Vergewaltigung

Angeklagt sind elf Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren; die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Sie sollen die 18-Jährige Mitte Oktober vergangenen Jahres nachts in einem Gebüsch vor einer Freiburger Diskothek vergewaltigt haben. Die Männer bestreiten das.

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg am Freitag außerdem bestätigte, wird der Prozess wie geplant fortgesetzt. Als nächster Verhandlungstag ist der 9. August anberaumt.

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