Länderübergreifende Zusammenarbeit Neuer deutsch-französischer Freundschaftsvertrag

Letzte Woche haben Politiker aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ein Papier zur länderübergreifenden deutsch-französischen Zusammenarbeit im Bundestag vorgelegt.

Konkreter Ausdruck des neuen Elysee-Vertrags soll ein gemeinsamer Zweiländer-Gewerbepark rund um das AKW Fessenheim nach dessen endgültiger Stillegung sein. Auch eine Brücke über den Rhein für eine neue Bahnverbindung zwischen Freiburg und Colmar könnte Realität werden.

Dauer

Bahnverbindung Freiburg-Colmar bislang am Geld gescheitert

Wer von Freiburg nach Colmar fahren will, für den ist in Breisach, kurz vor der französischen Grenze erst Mal Schluss. Dann heißt es umsteigen in einen Bus, der bis Colmar fährt. Eineinhalb Stunden dauert das. In der deutsch-französischen Grenzregion setzen sich Politiker seit Jahren dafür ein, dass es wieder eine Zugverbindung zwischen Freiburg und Colmar gibt, die deutlich schneller wäre. Im zweiten Weltkrieg wurde die Eisenbahnbrücke zerstört. Der Wiederaufbau scheiterte bisher an den Kosten.

Nun kommt Rückenwind aus Paris und Berlin

Andreas Jung (CDU), Vorsitzender Arbeitsgruppe Élysée-Vertrag 2.0, Berlin: "Freiburg-Colmar, dass ist eine Region mit fast einer halben Million Menschen, ohne eine direkte Zugverbindung. Die muss jetzt wieder hergestellt werden. Das ist ein Projekt für die Menschen, ein Projekt für die Umwelt, aber vor allem auch ein besonderer Leuchtturm für deutsch-französische Verständigung."

Neue Bahnbrücke für 20.000 Pendler von Vorteil

Die Eisenbahnbrücke, die dem Krieg zum Opfer fiel – hier wieder eine Verbindung zu schaffen, hochsymbolisch. Von dem Brückenschlag würden darüberhinaus rund 20.000 Pendler profitieren, die täglich über die Grenze fahren. Eine neue Machbarkeitsstudie wird jetzt erstellt für die geplante Strecke. Sie könnte auch für den Güterverkehr wichtig werden.

Grenzüberschreitendes Schienenprojekt in geifbarer Nähe

Ein Schienennetz, dass beide Länder verbindet – für die Politiker in der grenzüberschreitenden Region rückt das Projekt in greifbare Nähe. Gérard Hug, Präsident Gemeindeverband Pays de Brisach, Neuf-Brisach: "Wir wissen um die finanziellen Schwierigkeiten, das dauert, man muss eine Brücke bauen, etc. Aber ich denke, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich bin überzeugt, ja, ganz optimistisch, wenn ich sehe, wie sich die Verantwortlichen auf beiden Seiten dafür einsetzen."

Zweiländer-Gewerbepark neue Ära nach AkW Fessenheim

Auch das rund um das Atomkraftwerk Fessenheim geplante deutsch-französische Gewerbegebiet könnte die Zugverbindung Freiburg-Colmar erschließen. Nach der endgültigen Stilllegung soll nördlich des AKW ein 200 Hektar großer Zweiländer-Gewerbepark eine neue Ära einläuten und wirtschaftliche Impulse geben. Der geplante Gewerbepark soll konkreter Ausdruck des neuen Élysée-Vertrags werden.

Grenzregionen Motor für deutsch-französische Zusammenarbeit

Als Motor für die deutsch-französische Zusammenarbeit rücken die Grenzregionen derzeit verstärkt in den Fokus. Klaus Schüle, Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Freiburg: "Das ist noch mal ein großer Sprung nach vorn, der Aufmerksamkeit der beiden nationalen Seiten auf die Grenzregion. Es ist erkannt worden, je besser es hier läuft, desto besser läuft es auch zwischen Deutschland und Frankreich."

Neuer Élysée-Vertrag bedeutend für Oberrhein-Region

Die gemeinsamen Pläne, die im neuen Elysée-Vertrag Anfang 2019 verankert werden, dürften beide Länder noch enger zusammenbringen. Und am Oberrhein neues Leben in die grenzüberschreitenden Beziehungen bringen.

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