Kostenfalle Erbpacht Gefangen im Freiburger Eigenheim

In den 1970-er Jahren waren Erbpachtgrundstücke in Freiburg ein Schnäppchen. Heute sind sie für Hausbesitzer wie Angelika Dombrowski ein Klotz am Bein. Denn die Pacht ist extrem gestiegen.

Dauer

Als die Eltern von Angelika Dombrowski in den 70-er Jahren ein Baugrundstück in Erbpacht kauften, da waren die Grundstückspreise niedrig, die Pacht gering und es gab die Möglichkeit, das Grundstück irgendwann der Stadt abzukaufen. Diese Möglichkeit gibt es jetzt nicht mehr. Das hat der Freiburger Gemeinderat vor gut einem Jahr beschlossen.

Spekulanten sollte ein Riegel vorgeschoben werden – das war die eigentliche Idee von SPD, Grünen und anderen, die den Antrag gestellt hatten. Jetzt muss sich die Stadt den Vorwurf anhören, selbst zum Spekulanten zu werden.

Die ersten Erbpacht-Häuser stehen schon leer

"Ich hör' meine Mutter noch, wie sie mir gesagt hat: Weißt du, wenn wir mal sterben, dann hast du ausgesorgt", erinnert sich Angelika Dombrowski. Diese Rechnung geht jetzt nicht mehr auf: Wer ihr Haus kaufen will, der muss in Zukunft viereinhalb tausend Euro Pacht an die Stadt zahlen – im Monat, nur für das Grundstück. "Man kann es immer schlechter finanziell bedienen, man kann es immer schlechter körperlich und kräftemäßig versorgen. Und man kann es nicht verkaufen", zählt Dombrowski auf. Sie ist kein Einzelfall. Mehr als 70 anderen Hausbesitzern geht es ähnlich. Die ersten Häuser stehen schon leer, weil sich keine Käufer finden. Und das in Freiburg.

Im kommenden Halbjahr will die Stadt Freiburg über Details der neuen Erbpachtregelung entscheiden. Angelika Dombrowski hofft, dass der Beschluss zurückgenommen wird, damit sie irgendwann die Chance hat, es zu verkaufen.

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