Kappel-Grafenhausen Keine Spur von Orchideen-Dieben

Nachdem vergangene Woche tausende seltene Orchideen aus dem Naturschutzgebiet Taubergießen in der Ortenau gestohlen wurden, fehlt von den Tätern immer noch jede Spur. Unterdessen geht der Orchideen-Klau weiter.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Seltene und wertvolle Orchideen einfach ausgegraben, die Blüten weggeschmissen, die Knollen teuer verkauft: Das passiert seit einer Woche im Taubergießen, einem einzigartigen Naturschutzgebiet am Rhein bei Kappel-Grafenhausen (Ortenaukreis). Nach Angaben des BUND Regionalverbands Südlicher Oberrhein wurden bisher rund 3.000 Hummel- und Spinnenragwurz-Orchideen gestohlen. Der Diebstahl sei vergleichbar einem Einbruch in ein Museum und gefährde Restbestände, so BUND-Sprecher Axel Mayer.

Vielleicht soll ein Ranger aufpassen

Das Regierungspräsidium Freiburg will möglicherweise einen Ranger einsetzen. Das ist das Ergebnis eines Vor-Ort-Treffens der Behörde mit der Polizei sowie Vertretern des Ortenauer Landratsamtes und der Gemeinden Rust, Rhinau und Kappel-Grafenhausen. Auch wenn es eine lückenlose Überwachung eines öffentlich zugänglichen Naturschutzgebietes wie im Taubergießen mit einer Größe von 1.700 Hektar nicht möglich sei, prüft das Regierungspräsidium Freiburg derzeit alle Maßnahmen mit dem Ziel, den Bestand an geschützten Orchideen zu erhalten. Dazu zählt das Regierungspräsidium auch den Einsatz eines Rangers. Die ehrenamtlichen Naturschutzwarte betreuen zusätzlich zu den polizeilichen Überwachungen am Wochenende das Gebiet.

Diebe sind weiter aktiv

Knollen mit einem Marktwert von 300.000 Euro wurden systematisch ausgegraben. Naturschützer sind entsetzt: "Es ist unfassbar, dass Profis in einer solchen Menge diese Wiesen, die einmalig sind in Mitteleuropa, plündern können", klagt der Offenburger Biologe Dietmar Keil. Erst in der Nacht zum Dienstag haben die Diebe offenbar erneut zugeschlagen. Darauf deuten frische Spuren und ausgerissene Pflanzen.

Bürgermeister fordert Überwachung des Gebietes

Man ermittle in alle Richtungen, heißt es vonseiten der Polizei, die sich ansonsten bedeckt hält. Ob rund um das Naturschutzgebiet Taubergießen Streife gefahren werde, wird aus taktischen Gründen nicht verraten. Kappel-Grafenhausens Bürgermeister, Jochen Paleit, spricht sich dafür aus, das Gebiet künftig zu überwachen. Streifenfahrten durch die Polizei seien dort möglich. Außerdem müssten die Besucher des Naturschutzgebietes sensibilisiert werden. Wem etwas aufalle, der solle sich sofort bei der Polizei melden. Das Regierungspräsidium Freiburg erwägt unterdessen, einen Ranger in dem Gebiet einzusetzen.

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