Mobile Schlachttechnik aus Kandern bringt den Schlachthof quasi zum Tier (Foto: SWR)

Initiative "Schlachtung mit Achtung" Innovationspreis für Mobile Schlachteinheit Kandern

Zum Fleischkonsum gehört auch das Schlachten von Tieren. Doch schon der Transport zum Schlachthof bedeutet Stress und nicht selten Verletzung von Tieren. Das geht auch ganz anders.

Die mobile Schlachttechnik aus Kandern (Kreis Lörrach) bringt den Schlachthof quasi zum Tier. Damit kann dieses seine letzten Stunden ganz entspannt in der vertrauten Umgebung verbringen. Die mobile Schlachteinheit ist ein vollwertiger Schlachtraum als Teil einer EU-zertifizierten Schlachtstätte in der Größe eines Pkw-Anhängers. Da auf das Tier keinerlei Druck ausgeübt wird, sondern es beim Fressen stressfrei und automatisch für den Bolzenschuss fixiert wird, darf das Fleisch das Label "Schlachtung mit Achtung" tragen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Wenn schon Tiere getötet werden müssen, dann wenigstens stressfrei

Die Idee stammt von Landwirt Thomas Mayer, der seine Tiere bisher direkt auf der Weide getötet und dann geschlachtet hat. Das ist allerdings nur bei Vieh erlaubt, das ganzjährig auf der Weide steht. Den Wunsch, diesen stressfreien Tod auch Tieren zu ermöglichen, die zeitweise im Stall gehalten werden, setzte er zusammen mit dem Metallbaubetrieb von Peter Brandmeier um. Gemeinsam überlegten sie, wie die zahlreichen Hygiene-und Zeitbestimmungen genauso erfüllt werden können wie die Vorgabe, dass nur in geschlossenen Räumen geschlachtet werden darf.

Ausgezeichnet mit Preis für landwirtschaftlich-unternehmerische Innovation

Heraus kam die mobile Schlachteinheit, für die Peter Brandmeier und Thomas Mayer am Montag den Preis für landwirtschaftlich-unternehmerische Innovation aus den Händen von Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) erhalten haben.

Tiere schützende Preisträger werden in sozialen Medien angefeindet

Tierschützerin Sandra Kopf hat die Initiative Schlachtung mit Achtung mit gegründet. Wie ihre beiden Mitstreiter erntet sie dafür viel Anerkennung, aber vor allem in den sozialen Medien erleben sie auch Anfeindungen. Da heißt es dann, Schlachtung mit Achtung sei "sinnloses Hinrichten wehrloser und unschuldiger Tiere". Man könne die "abgrundtiefe Bosheit dieser Menschen" kaum aushalten. Und: "Ihr werdet in der Hölle enden".

Initiative "Schlachtung mit Achtung" will Leid für Tiere verhindern

Wie auch immer man darüber denkt, solange Menschen Fleisch konsumieren wollen, müssen dafür Tiere getötet werden. Nur wie und ob sie auf dem Weg dorthin leiden müssen – das hat sich mit der Initiative "Schlachtung mit Achtung" und ihrem mobilen Schlachtwagen im Sinne des Tierwohles definitiv zum Guten geändert.

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