Info-Veranstaltung in Müllheim Polizei braucht dringend Nachwuchskräfte

Um den chronischen Personalmangel bei der Polizei zu beheben, wurde die Zahl der Ausbildungsplätze auf landesweit 1.800 erhöht - Rekord. Doch so viele Azubis müssen erst einmal gefunden werden.

Der Kampf um den besten Nachwuchs hat nun auch die Polizei erfasst. Zwar ist das Interesse an dem Beruf bei jungen Leuten ungebrochen - dennoch konnten im vergangenen Jahr nur 1.732 von 1.800 Ausbildungsplätzen auch besetzt werden. Grund: Nicht alle Bewerber erfüllten die Vorraussetzungen.

Um mehr Bewerber zu gewinnen, und also mehr Auswahl zu haben, wirbt die Polizei jetzt landauf, landab mit Info-Veranstaltungen gezielt um junge Nachwuchskräfte. Und setzt bei ihrer Kampagne auch auf die Auszubildenden selbst - wie etwa diese Woche in Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald).

Dauer

Einer von ihnen ist Lennart Gleichauf aus Sulzburg. Das erste Ausbildungsjahr auf der Polizeischule in Lahr hat er schon hinter sich. Jetzt darf der 18-Jährige endlich raus in den Alltag. Die Kollegen vom Revier in Müllheim nehmen den Azubi gleich überallhin mit und lassen ihn von Anfang an auch Streifenwagen fahren. Aber auch das gehört zum Polizisten-Alltag: Im Büro Strafanzeigen oder Unfälle bearbeiten. Ein vielseitiger Job, findet Lennart, aber manchmal auch ganz schön anstrengend.

Polizei-Bewerber müssen auch sprachlich fit sein

Neben Begeisterung für den Job müssen Polizeibewerber auch ganz handfeste Voraussetzungen mitbringen. Körperlich fit, teamfähig und stressresistent müssen sie sein, erzählt Lennart den Besuchern der Infoveranstaltung. Und, gerne unterschätzt: Die sprachlichen Fähigkeiten genießen hohen Stellungswert.

Pensionierungswelle bremst Stellenaufbau bei der Polizei

Lennart hat die Berufswahl nicht bereut. Er ist einer derjenigen, die dafür sorgen sollen, dass die vom Land versprochenen zusätzlichen Polizeistellen in den kommenden Jahren auch besetzt werden können. Ursprünglich wollte die Landesregierung bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 rund 1.500 zusätzliche Beamtinnen und Beamten einstellen. Aufgrund der enormen Pensionierungswelle - und der Dauer der Ausbildung - wird das laut einer aktuellen Prognose des Innenministeriums aber frühestens 2024 erreicht.

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