Risikogruppe Elektro-Radler Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes

Immer mehr Deutsche steigen auf Fahrräder mit Elektroantrieb. Damit wächst auch die Zahl der Unfälle mit E-Bikes. Vor allem Senioren sollten einiges beachten, bevor sie losradeln.

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15 Menschen kamen 2018 bei E-Bike-Unfällen in Baden-Württemberg ums Leben. Im Jahr zuvor waren es noch zehn gewesen. Knapp 1.500 Personen wurden verletzt – auch das ist fast ein Drittel mehr als noch 2017. Das hat das Statistische Landesamt jetzt bekannt gegeben.

Auffällig ist der hohe Anteil an Schwerverletzten

Der Anteil der Schwerverletzten (450) an allen Verunglückten liegt bei knapp einem Drittel – und damit deutlich höher als bei Unfällen mit normalen Fahrrädern. Das hat unter anderem mit der höheren Geschwindigkeit zu tun und auch mit dem größeren Gewicht der E-Bikes.

Vor allem Rentner haben das E-Bike für sich entdeckt

Dank Elektromotor können ältere Menschen längere Touren und auch Steigungen noch gut meistern. Allerdings: Vielen fehlt es an Übung beim Radfahren. Und manch einer unterschätzt zudem Tempo und Handhabung der so genannten Pedelecs. Kraft, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit nehmen im Alter ab. Stürze können nicht mehr so gut abgefangen werden. Zwei Drittel der 2017 tödlich verunglückten Pedelecfahrer waren laut Statistischem Bundesamt 75 Jahre und älter.

Auch in Südbaden gab's mehr E-Bike-Unfälle

Auch in Südbaden, genauer gesagt im Bereich des Polizeipräsidiums Freiburg, haben die Unfälle mit Pedelecs 2018 deutlich zugenommen. Der Anteil der Senioren (ab 65 Jahre) an Pedelec-Unfällen lag bei 28 Prozent. Zum Vergleich: Bei den übrigen Fahrradunfällen waren sie lediglich zu knapp elf Prozent beteiligt. Bei den Schwerverletzten liegt der Anteil der Senioren nach Polizeiangaben dagegen im Durchschnitt.

Fahrsicherheitstraining der Radverbände dringend empfohlen

Für alle Neu- oder Wiederanfänger empfiehlt sich ein Fahrsicherheitstraining, etwa vom ADFC. Geschicklichkeit, Anfahren und Bremsen lassen sich dabei ganz entspannt üben. Doch selbst für erfahrene Radler kann die kräftige Beschleunigung tückisch sein, besonders in der Kurve.

Kostenlose Sicherheitstrainigs im Land geplant

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und die Radverbände in Baden-Württemberg kündigten am Mittwoch an, im Rahmen der Initiative "Sicher E-Biken" bald flächendeckend kostenlose Fahrtrainings anbieten zu wollen.

Eins ist allerdings auch klar: Mehr Radler brauchen mehr Platz auf der Straße. Auch so lassen sich Unfälle vermeiden.

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