Horbener Landwirt kämpft ums Land Freiburg will für Hochwasserschutzprojekt notfalls enteignen

Ein Landwirt aus Horben bei Freiburg kämpft seit Jahren um sein Land. Die Stadt will dort ein Hochwasserschutzprojekt umsetzen und droht sogar mit Enteignung. Ein Fall fürs Gericht.

Benedikt von Droste zu Hülshoff ist Landwirt aus Leidenschaft. Auf seiner Wiese bei Horben soll der Hochwasserdamm errichtet werden. 13,5 Meter hoch, 280 Meter lang soll der Staudamm werden. Über 19 Millionen Euro soll das Riesenbecken kosten, den Großteil zahlt das Land. Von den Staudamm-Plänen hat Benedikt von Droste aus der Zeitung erfahren. Es folgten zähe Verhandlungen mit der Stadt über Ausgleichsflächen und Entschädigung. Doch eine Einigung ist nicht in Sicht.

Dauer

Vor ein paar Jahren hat Benedikt von Droste den landwirtschaftlichen Betrieb von seiner Mutter übernommen. Die Wiesen am Fuße des Schauinslands braucht er zur Heugewinnung. Ein Teil davon wandert in die Futterkrippen seiner Lamas, einen Teil verkauft er. Auf den Wiesen wollte Benedikt von Droste außerdem weitere Obstbäume anpflanzen, um seine Likörproduktion auszuweiten. Der Landwirt ist gelernter Schnapsbrenner. Doch seine Pläne liegen vorerst auf Eis.

Wilderich von Droste ist Benedikts Vater und zugleich sein Anwalt. Per Eilantrag wollen sie das Bauvorhaben stoppen. Darüber will das Gericht Mitte des Jahres entscheiden. Der Ausgang ist ungewiss. Wenn die Stadt gewinnt, droht Benedikt von Droste die Enteignung, eine Katastrophe für den Landwirt. Doch noch hegt er Hoffnung.

Bei der Stadt Freiburg sieht man der Klage gelassen entgegen. Frank Ueckermann ist zuversichtlich, dass man noch in diesem Jahr mit dem Bau des Staudamms beginnen kann. Der Damm ist für die Stadt extrem wichtig, weil ohne ihn der geplante Stadtteil Dietenbach in Frage steht. Der Hochwasserschutz hat bei der Stadt Vorrang, mit zwei von drei betroffenen Landbesitzern ist man sich einig geworden. Doch ohne Benedikt von Drostes Grundstück geht es nicht, sagt Frank Ueckermann von Stadt Freiburg.

Noch ist die Schlacht nicht verloren für Benedikt von Droste. Er hängt an seinem Land und seiner Arbeit. Die drohende Enteignung macht ihm Angst. Es wird noch eine Weile dauern, bis das Gericht über seine Klage entscheiden wird. Wie es dann weitergeht? Darüber will Benedikt von Droste nachdenken, wenn es soweit ist.

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