Ein alter Hund in seinem Korb (Foto: SWR)

SWR-Format "Gut zu wissen" Wann lohnt sich eine Operation bei einem alten Hund?

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Was machen wir, wenn unser Haustier ernsthaft krank ist, aber die Operation richtig viel Geld kostet? Ab wann ist eine OP wirklich sinnvoll und wann ist das Tier dafür zu alt? Gut zu wissen.

Luni ist fast blind. Die eigene Wohnung ist für ihn ein Hindernislauf. Denn der 15-jährige Mischling leidet am grauen Star. Vor zwei Jahren wurde ein Auge operiert. Um ihm das Leben wenigstens etwas zu erleichtern. "Er konnte gar nicht mehr Gassi gehen. Er ist überall runtergefallen, gegen Laternen gelaufen und die Bordsteine rauf und runter gestolpert", erzählt seine Freiburger Besitzerin, Ilona Czech-Riesterer.

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Aber macht eine Operation bei einem so alten Hund Sinn? Eine schwierige Frage. Luni kann dank der OP wieder Gassi gehen. "Jetzt hoffen wir, dass wir noch ein, zwei, drei Jährchen mit dem Hund haben und ihm noch ein schönes Leben ermöglichen können“, sagt Ilona Czech-Riesterer.

Wann ist eine OP die richtige Entscheidung?

Tierarzt Dr. Matthias Frank fragt sich bei jedem Tier, das in seine Praxis kommt, ob eine OP wirklich eine Verbesserung bringt. Die reine Lebensverlängerung ist für ihn kein ausreichendes Kriterium. Das Alter eines Hundes allein sei nicht unbedingt maßgeblich bei der Entscheidung für oder gegen eine OP. So haben große, reinrassige Hunde eine deutlich kürzere Lebenserwartung als kleine Mischlinge.

Krankheit, Alter, Kosten, Risiken und Lebensqualität. Das alles spielt eine Rolle. Eine Hüftoperation bei einem Hund mit 15 Jahren würde Dr. Matthias Frank beispielsweise in den seltensten Fällen empfehlen. Ein alter Hund mit einem relativ einfachen Tumor an der Milz wiederum könne meist noch gut operiert werden.

Gefühle oft stärker als die Vernunft

Doch oft sind die Gefühle eben stärker als die Vernunft. Warum fällt die Entscheidung so schwer? "Die Szenen, die sich hier in der Behandlung abspielen, wenn ein Tier stirbt, sind häufig sehr emotional“, sagt Dr. Matthias Frank.

Nach durchschnittlich zehn bis 14 Jahren muss man sich schon wieder von seinem Hund verabschieden. Luni ist jetzt fast 16 Jahre alt. Von einer weiteren OP, um auch noch das zweite Auge vom grauen Star zu befreien, sind Ilona Czech-Riesterer und ihre Familie abgekommen. Mittlerweile sei Luni auch noch dement. Seine letzten Lebensjahre soll er in Ruhe genießen.

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