Verbrechen in Freiburg polarisiert Demonstrationen nach Gruppenvergewaltigung

Nach der Gruppenvergewaltigung haben sich Montagabend drei Demonstrationen in Freiburg formiert. Die Polizei zählte etwa 300 AfD-Anhänger und fünfmal so viele Gegendemonstranten.

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Der Fall der Gruppenvergewaltigung einer 18 Jahre alten Frau in Freiburg war am Montagabend Anlass verschiedener Demonstrationen mit mehr als 1.800 Menschen. Die AfD und ihre Jugendorganisation hatten zu einer Versammlung aufgerufen, um gegen die Flüchtlingspolitik in Deutschland zu demonstrieren - an ihr nahmen nach Angaben eines Polizeisprechers 300 bis 500 Menschen teil.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

AfD-Gegendemonstranten warnen vor Instrumentalisierung

Zwei weitere Gruppen demonstrierten am Abend, um vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens zu warnen. Dazu hatten ein Ex-Stadtrat von "Junges Freiburg" aufgerufen unter dem Motto "Mein Entsetzen ist keine Rechtfertigung für euren Hass" wie auch die "Antifaschistische Linke". Hier zählte die Polizei insgesamt rund 1.500 Demonstranten.

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19:30 Uhr
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Polizisten hielten die Gruppen auseinander. Allerdings musste der AfD-Zug über eine andere Strecke umgeleitet werden, nachdem Demonstranten ihn auf der geplanten Route blockiert hatten. Immer wieder kam es laut Augenzeugen zu Rangeleien zwischen Polizisten und Gegendemonstranten, die versuchten, den AfD-Zug aufzuhalten. Über Verletzte war zunächst nichts bekannt. Um kurz nach 21 Uhr hatten sich die Demonstrationen aufgelöst.

OB Horn: "Politische Instrumentalisierung ist sehr schade und schlecht"

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sprach sich gegen eine Instrumentalisierung der Tat aus: "Den Wunsch für mehr Sicherheit in Freiburg finde ich legitim, aber die politische Instrumentalisierung ist sehr schade und schlecht." Die Tat und das Opfer würden für politische Ziele missbraucht. "Wo waren denn die AfD-Demos gegen deutsche Gewaltverbrechen? Die habe ich noch nirgendwo gesehen." Es gebe aber auch einen Nachholbedarf. Über leichtere Abschiebungen von Straftätern müsse nachgedacht werden, sagte Horn, die Stärkung von Polizei und Justiz sei nötig.

Um die Sicherheitslage in Freiburg zu verbessern, wolle sich die Stadt am Mittwoch im Rathaus mit Vertretern der Polizei und des Innenministeriums zusammensetzen, sagte Horn dem SWR.

Grund der Demonstrationen war die Mehrfachvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg. Nach einem Discobesuch soll die junge Frau in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Die Polizei nahm acht Männer fest, die jetzt in Untersuchungshaft sind. Gegen die sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und einen 25 Jahre alten Deutschen bestehe dringender Tatverdacht, hieß es zuletzt.

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