Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) spricht nach einer Pressekonferenz mit Polizisten. (Foto: picture-alliance / dpa)

Wegen Nicht-Festnahme eines Verdächtigen Politik streitet um Polizeiarbeit in Freiburg

Nach der Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau in Freiburg hat die Opposition Innenminister Strobl (CDU) angegriffen. Der hat angekündigt, das Land werde "Freiburg nicht allein lassen".

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Die FDP hat sich in den politischen Streit um die Gruppenvergewaltigung in Freiburg eingeschaltet. FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke verlangt Aufklärung, warum der seit dem 10. Oktober vorliegende Haftbefehl gegen den Hauptverdächtigen nicht vollzogen wurde. Rülke sagte am Mittwoch, es gebe jetzt "Fragen über Fragen". Im besten Fall seien Innenminister Thomas Strobl (CDU) und sein Ministerium überfordert gewesen. "Im schlimmsten Fall wurde vorsätzlich gelogen."

Strobl kündigt Verlängerung der Sicherheitspartnerschaft an

Am Mittwoch haben Freiburgs Oberbürgermeister (OB) Martin Horn (parteilos), der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger und der Staatssekretär im Innenministerium, Julian Würtenberger (CDU), über die Sicherheit in der Stadt beraten. Details über die Ergebnisse des Treffens in Freiburg sollen erst in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Innenminister Strobl hat indes angekündigt, eine laufende Sicherheitspartnerschaft mit Freiburg fortzusetzen. Das Land hatte vergangenes Jahr 35 zusätzliche Polizisten zunächst befristet in den Breisgau geschickt. Diese sollen nun dauerhaft in Freiburg bleiben.

Die Sicherheitspartnerschaft ist nach Auskunft Strobls "sehr erfolgreich". Man überlege nun, wie man die Partnerschaft verstärken und intensivieren könne. Das Land Baden-Württemberg sei bereit, noch mehr zu tun im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft. Man werde "Freiburg nicht allein lassen."

Verwirrung um Nicht-Festnahme

Am Dienstag hatte die Polizei neue Angaben zur Nicht-Festnahme des mutmaßlichen Haupttäters gemacht. Sie habe nicht gewusst, wo sich der Mann aufhielt und ihn deshalb nicht festnehmen können. Daraufhin sei das Fahndungsdezernat beauftragt worden. Das baden-württembergische Innenministerium bestätigte das auf SWR-Nachfrage.

Ursprünglich hatte das Innenministerium polizeitaktische Gründe angeführt. Die Polizei habe den Mann nicht festgenommen, weil er in andere Delikte verwickelt gewesen war und man die Ermittlungen nicht behindern wollte. Welche Straftaten der Verdächtige zuvor begangen haben soll, wurde nicht gesagt. Der Haftbefehl lag seit dem 10. Oktober vor, vollstreckt wurde er am 21. Oktober. Die Gruppenvergewaltigung ereignete sich in der Nacht zum 14. Oktober.

Hintergründe der Tat

In der Nacht zum 14. Oktober soll eine junge Frau nach einem Discobesuch in Freiburg von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft - sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Der Hauptverdächtige soll nach Angaben der Polizei mit der 18-Jährigen die Disco verlassen haben.

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