Ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift "Frohe Weihnacht" (Foto: picture alliancePatrick Seegerdpa) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

"Sonst fängt irgendwann die Willkür an" Kirche kritisiert frühen Weihnachtsmarkt in Freiburg

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Glühwein schon im Spätsommer, Halloweenkostüme auf dem Weihnachtsmarkt? Das könnte laut Kirche das Resultat sein, wenn Weihnachtsmärkte immer früher aufmachen.

Gerade in der vorweihnachtlichen Zeit sei es aber wichtig, die Innenstädte zu beleben, sagt Stefan Breiter (CDU), der Wirtschafts-Bürgermeister von Freiburg, im Gespräch mit dem SWR.

Dieses Konzept geben bereits andere Städte vor. Die Weihnachtsmärkte in NRW werden seit längerer Zeit von der Kirche kritisiert: Duisburg hat 17 Tage vor dem 1. Advent losgelegt, einen Tag später folgten Essen und Oberhausen. Sogenannte Winterwelten wie in Berlin waren sogar noch früher dran. Gestern hat bereits im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen der Weihnachtsmarkt aufgemacht. Heute öffnet Freiburg seine Buden.

Wirtschaft, Besinnlichkeit oder besinnungslose Wirtschaftlichkeit?

Freiburg sei mit seiner Eröffnung heute viel zu früh, sagt Michael Hertl von der Erzdiözese Freiburg im SWR:

"Schöner wäre es, wenn die Weihnachtsmärkte erst in der Adventszeit öffnen würden. Diese Zeiten hat man nicht ohne Grund gesetzt, sonst fängt irgendwann die Willkür an."

Michael Härtl, Erzdiözese Freiburg

Er befürchtet, dass im Oktober bereits eine Integration von Halloweenfeierlichkeiten stattfinden könnte - oder die ersten Buden irgendwann schon kurz nach den Sommerferien aufgemacht werden könnten. "Irgendwo muss man sich Fristen setzen und es ist ein guter Ansatz, wenn man sich an althergebrachte Rhythmen hält."

Weihnachtsmärkte sind gut fürs Geschäft

Breiter versteht die Haltung der Kirche, hält aber im SWR dagegen. Er ist Bürgermeister für Finanzen und Wirtschaftswesen in Freiburg und zuständig für den Weihnachtsmarkt, der heute öffnet: "Letztendlich sprechen viele Faktoren für einen früheren Start außerhalb der Adventszeit. Wir sehen die Weihnachtsmärkte als Einstimmung und als Belebung der Innenstadt, auch in Zeiten des Onlinehandels als Konkurrenz."

Bis zu eine Million Besucher in Freiburg erwartet

Einen noch früheren Start in den kommenden Jahren könne sich Breiter aber nicht vorstellen. Das sei jetzt erst einmal ein Testlauf. Das Ziel stehe aber fest: Vergangenes Jahr waren es über 800.000 Besucher, in diesem Jahr sollen es bis zu einer Million werden.

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