Landwirte stellen sich in Neuried in der Ortenau gegen das Volksbegehren "Pro Biene" (Foto: SWR, Ulf Seefeldt)

Gegenwind für Volksbegehren Pro Biene? Bauern, Winzer und Minister wettern dagegen

Rund 200 Landwirte sprachen sich am Dienstag im Ortenaukreis gegen das Volksbegehren "Pro Biene" aus. Sie befürchten Umsatzeinbußen. Die Badischen Winzer auch und der Minister wettert.

"Wir wollen keine Blümchen-Wiesen, wir wollen unsere Flächen bewirtschaften", so die Landwirte in Ortenberg und in Neuried am Dienstagvormittag. Wenn bis zum Jahr 2035 die Hälfte aller Flächen ökologisch bewirtschaftet werden müssten, würde es eine Überproduktion geben. Zu wenig Menschen würden ökologische Produkte kaufen. Die Landwirte betonen aber, dass sie grundsätzlich das Artensterben natürlich auch verhindern wollen.

Badische Winzer stellen sich gegen "Pro Biene"

Auch die Badischen Winzer sehen sich durch das Volksbegehren Pro Biene bedroht. Ihnen geht das geplante Verbot von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu weit. Der Geschäftsführer des Badischen Weinbau-Verbandes Peter Wohlfahrt sagte im SWR: "Der Weinbau würde in den Schutzgebieten sterben. Die Winzer würden aufhören, wenn es keine Möglichkeit mehr gibt mit Pflanzenschutzmitteln zu arbeiten." Damit würden Existenzen bedroht und Rebflächen entwertet, weil sie mit der Zeit verbuschen, so Wohlfahrt.

Minister Hauk wettert gegen Bienen-Initiative

Axel Mayer vom BUND Südbaden indessen meint im SWR-Interview, gegen das Volksbegehren würden gezielt und zu Unrecht Ängste geschürt. Damit kritisiert er den Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU), dem er unterstellt immer auf der Seite der Chemie zu stehen und Panik zu verbreiten. Hauk hatte ebenfalls am Dienstag bei einer Versammlung des Badischen Weinbauverbands in Ehrenkirchen gesagt: "Es wird keinen Wein vom Kaiserstuhl mehr geben und kein Obst vom Bodensee, weil dort faktisch keine Pflanzenschutzmittel - auch keine biologischen - mehr zugelassen werden. Das kann keiner wollen."

Volksbegehren startet Ende September

Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" startet am 23. September. Es benötigt 770.000 Unterschriften. Dann wird er Gesetzentwurf dem Landtag vorgelegt, um darüber zu entscheiden.

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