Weil am Rhein und Rheinweiler Gedenken an britische NS-Opfer

In Bad Bellingen und Weil am Rhein wurde zum 75. Jahrestag an ein NS-Kriegsverbrechens erinnert. Vier Überlebende eines britischen Flugzeuges wurden nach dessen Notlandung erschossen.

"Das unmenschliche Geschehen im Oktober 1944 lässt uns nicht los und trifft uns in der Seele. Schon alleine die Vorstellung von Kriegsgeschehen in unserer Heimat am Oberrhein klingt wie ein Hirngespinst", sagte Weils Oberbürgermeister Wolfgang Dietz in seiner Rede vor dem Bunker beim Märkter Stauwehr. Dort wurde eine Gedenktafel enthüllt, die an die ermordeten Insassen des britischen Kampfbombers erinnert.

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NSDAP-Kreisleiter verübt Kriegsverbrechen

Nach dem Abschuss eines britischen Kampfbombers bei Weil am Rhein und dessen Notlandung bei Rheinweiler im Jahr 1944 hatte der NSDAP-Kreisleiter Hugo Grüner die vier überlebenden Insassen nicht nach Internationalem Recht gefangen genommen sondern sie erschossen. Grüner konnte später aus britischer Kriegsgefangenschaft fliehen und ist danach spurlos verschwunden.

Großneffe bei Gedenkfeier dabei

Bei der Gedenkfeier im Schloss Rheinweiler warnte Bad Bellingens Bürgermeister Carsten Vogelpohl mit Blick auf rechte Parteien vor einer Relativierung von NS-Unrecht. Eigens aus Neuseeland angereist war der Großneffe eines der Opfer. Es sei sehr wichtig, nichts zu beschönigen, an die gemeinsame Geschichte zu erinnern und heute 75 Jahre danach Freundschaft und Gastfreundschaft zu teilen, betonte er in seiner Rede.

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