Ein vierstöckiges Gebäude hinter einer Mauer (Foto: SWR, Matthias Zeller)

Marode Schulen im Land Lörracher Schule im Fokus - aber wohl kein Einzelfall

Die Fridolinschule, eine Grundschule im Lörracher Stadtteil Stetten, bleibt bis Dienstag zu. Am Donnerstag hatte die Schulleiterin wegen Sicherheitsbedenken die Schule geschlossen. Die Gewerkschaft hält Lörrach für keinen Einzelfall.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Die Fridolin-Grundschule in Lörrach bleibt bis voraussichtlich Dienstag geschlossen. Anders als von Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz angekündigt, wird die aus Sicherheitsgründen geschlossene Schule am Montag noch nicht wieder geöffnet. Am Wochenende sollen zunächst die Schuldächer und die  Elektroinstallation überprüft werden. Dabei sollen alte Deckenlampen durch LED-Lampen ersetzt werden.

Nachbesserungen am Wochenende

Damit reagiert die Stadt auf einen Schwelbrand in der Schultoilette,  der die Rektorin zur Schulschließung bewogen hatte. Am Montag müssen die 320 Schüler der größten Lörracher Grundschule deshalb noch woanders unterrichtet werden. Erst dann wollen die Behörden gemeinsam mit den Eltern entscheiden, wann die Fridolinschule wieder aufmacht.

Die Lörracher Fridolinschule war am Donnerstagmorgen wie angekündigt geschlossen geblieben. Die Grundschüler waren entweder zu Hause geblieben oder zu einer anderen Schule gebracht worden. Nach jahrelangem Sanierungsstau und einem jüngsten Schwelbrand in der Schultoilette hatte die Rektorin zum Ärger der Stadt Lörrach die Schließung sicherheitshalber veranlasst.

Diskussion über Entscheidung der Rektorin

"Wir wissen schon lange, dass es an der Schule viele Baustellen gibt", sagte Katrin Yüksel. Sie ist Vorsitzende des Elternbeirats und hält die Entscheidung der Rektorin für richtig. In der vergangenen Woche habe etwa eine Deckenlampe einen Schwelbrand ausgelöst. Bereits zuvor sei ein Dachziegel auf den Schulhof gefallen. Eine Sanierung des Gebäudes sei dringend nötig.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Schulleiter müssen dem Regierungspräsidium zufolge bei einer Gefahr für Leib und Leben der Schüler oder der Lehrer handeln. Die Lage in Lörrach rechtfertige ein solches Handeln nach ersten Einschätzungen aber nicht. Eine vorherige Abstimmung mit dem Schulträger und der Schulaufsicht wäre nach Ansicht der Regierungsbehörde der bessere Weg gewesen. Vergleichbare Fälle seien nicht bekannt.

Eltern und Kinder stehen vor einem Schultor (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Eltern und Schüler stehen vor der geschlossenen Schule. Matthias Zeller

Lörrach nur die "Spitze des Eisbergs"

Die Schule in Lörrach ist nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aber kein Einzelfall. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte GEW-Landesgeschäftsführer Matthias Schneider. Viele Schule seien in den 1970-Jahren gebaut worden und heute dringend sanierungsbedürftig. Sie klagen demnach etwa über schlecht schließende Fenster, nicht funktionierende Toiletten oder Schimmel.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Nach Angaben des Kultusministeriums konnte der Sanierungsstau aber um ein gutes Stück abgebaut werden. In den vergangenen Jahren seien über zwei Milliarden Euro in die Sanierung der Schulen in Baden-Württemberg investiert worden, sagte Sprecherin Christine Sattler. Das Geld stammt demnach aus dem Sanierungsfonds des Landes und einem Bundesprogramm.

Pro Jahr 100 Millionen Euro Förderung

Außerdem müssen die Kommunen einen Beitrag leisten. Der Bedarf ist laut Sattler aber weiterhin hoch. Deshalb habe sich das Ministerium dafür eingesetzt, die Förderung im Doppelhaushalt 2020/21 zu verankern. Dem Etatentwurf zufolge sollen pro Jahr 100 Millionen Euro für die Sanierung von Schulen zur Verfügung stehen. 
 

STAND