Streit um Handymast in Ortenaugemeinde Ettenheimweiler: Glücklich im Funkloch?

Das 600-Seelendorf Ettenheimweiler (Ortenaukreis) liegt in einem Funkloch. Ein Funkmast könnte Abhilfe schaffen - doch dagegen gibt es Widerstand.

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Ettenheimweiler, ein Ortsteil der Stadt Ettenheim, liegt umgeben von den Schwarzwald-Vorbergen - bestens abgeschirmt von der digitalen Außenwelt. Hohe Antennen auf jedem zweiten Haus verraten das. Der Empfang reicht manchmal gerade so zum telefonieren. Meistens heißt es aber: kein Netz. Auf einem alten Trafohäuschen könnte eine Mobilfunkantenne stehen. Bis zum Verteilerkasten direkt daneben liegt bereits schnelle Glasfaser. Deshalb ist die Telekom auch bereit, für die nur 600 Einwohner von Ettenheimweiler eine Antenne zu bauen.

Doch jetzt heißt es im Dorf: Was ist mit der Strahlung? Manche fürchten zudem, das eigene Grundstück könnte an Wert verlieren. Wenn Antenne, dann höchstens außerhalb, sagen sie. Allerdings nicht in die Kamera. Aber auf einer Unterschriftenliste mit dem Titel "Kein Sender im Dorf" haben viele ihrem Unmut bereits Luft gemacht.

Jetzt sollen die Einwohner selbst entscheiden

Im Ettenheimer Rathaus war man überrascht. "Die ganzen Jahre zuvor war eines der Themen, das die Menschen bewegt hat in Ettenheimweiler, der fehlende Empfang", sagt Bürgermeister Bruno Metz. "Da wurde darauf hingewiesen, wenn ein Unfall passiert, dann habe ich gar keine Chance." Inzwischen sieht der Bürgermeister die Sache allerdings gelassen. Anfang April sollen die Bürger von Ettenheimweiler selbst entscheiden - in einer Bürgerbefragung. Wenn sie gegen den Mast stimmen, dann liegt Ettenheimweiler eben weiter im Funkloch. Denn ein Mast außerhalb des Dorfes dürfte sich für die Telekom kaum lohnen.

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